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Emotionalisierung durch Medien

Bibliographic Data

ID23574124
AuthorsUdo Göttlich (University of Hildesheim, corresponding author)
Year2008
Pages454-459
Publication date2008-01-01
Peer ReviewedYes
Open AccessNo
TypeCHAPTER
VenueHandbuch Medienpädagogik (SOURCE_BOOK)
PublisherVS Verlag für Sozialwissenschaften (PUBLISHER • DE)
DOI10.1007/978-3-531-91158-8_68
OpenAlexW2236811707
ISBN9783531911588
LanguageDE
References cited9

Die Rezeption von Medien und Medienangeboten, von fiktionalen Geschichten und Unterhaltungssendungen ebenso wie von Nachrichten und Informationssendungen ist getragen von Stimmungen und Gefühlen. Emotionen spielen in der menschlichen Wahrnehmung generell eine entscheidende Rolle. Ob wir in einer Situation Vorsicht walten lassen sollten oder ob uns soeben etwas Unerwartetes widerfährt, das uns Angst bereitet, sagt uns untrüglich unser ‚Gefühl‘. Dieses ist zwar nicht in jeder Situation auch ein guter Ratgeber, aber Emotionen gehören zur anthropologischen Grundausstattung des Menschen und sind sowohl phylo- als auch ontogenetisch vermittelt. Auf individueller Ebene geht es um die Verbindung von Wahrnehmungs- mit Verhaltensmustern mit auslösenden Motivationen. In evolutionsbiologischer Hinsicht lassen sich fünf Basisemotionen mit ihnen entsprechenden Verhaltensweisen anführen: Angst, Trauer, Wut, Ekel und Freude. Die kulturelle Form dieser Verhaltensweisen hingegen variiert und Emotionen sind in Kulturen deutlich unterschiedlich konnotiert. Trauer wird kollektiv, z.B. in der Gruppe erlebt oder abgeschieden vom Clan verarbeitet. Angst wird mit bestimmten Ritualen bewältigt oder ist in bestimmten Initiationsriten mit einem Tabu belegt. In westlichen Gesellschaften gehört es als eine Folge von Informalisierungsprozessen dazu, Emotionen je nach beruflichem Umfeld derart kontrollieren zu können, dass je nach Situation erst gar keine Emotionen gezeigt werden. Dieses, von Goffman (1971) als ‚dramaturgische Disziplin‘ bezeichnete Verhalten ist zivilisationstheoretisch von Elias umfassend aus der Entwicklung und Abfolge von Fremd- und Selbstzwängen hergeleitet worden. Nach Elias (1969) haben die „Menschen als Gesellschaften in ihrem Umgang mit der Natur von ihrem Ausgangspunkt, den primären, naiv-egoistischen und stärker affektgeladenen Denk- und Verhaltensformen [...] einen langen Weg zurückgelegt, den jeder Mensch als Individuum, abgekürzt, beim Heranwachsenden immer wieder zurücklegen muß“ (Elias 1987: 17).

Art · Humanities · Political science · Sociology and Education Studies · Sociology and Norbert Elias

  • Modernity and self-identity

    Anthony Giddens•Modernity and self-identity•1991

  • We are one different family“

    Ronald Hitzler, Michaela Pfadenhauer•Unscharfe Ort der Politik•1999

  • Modernity and Self-Identity

    Anthony Giddens•New Social Theory Reader•2020

  • Der unscharfe Ort der Politik

    Open Access•Ulrich Beck, Maarten A Hajer et al.•Der unscharfe Ort der Politik.•1999

  • The People's Choice

    Paul F Lazarsfeld, Bernard Berelson et al.•The People's Choice•1968

  • Factual entertainment on British television

    Open Access•Charlotte Brunsdon, Catherine Johnson et al.•European Journal of Cultural…•2001

  • Norbert Elias (1897-1990), Über den Prozeß der Zivilisation (1939)

    Jutta Heinz•KulturPoetik•2007

Citation velocityhistorical
Highly citedNo

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