Neutralität humanitärer NGOs in Kriegs- und Nachkriegssituationen. Ein frommer Wunsch?
Bibliographic Data
| ID | 23585648 |
|---|---|
| Authors | Jeanette Schade (corresponding author) |
| Year | 2008 |
| Pages | 179-189 |
| Publication date | 2008-05-09 |
| Open Access | No |
| Type | CHAPTER |
| Venue | NGOs Im Spannungsfeld Von Krisenprävention und Sicherheitspolitik (SOURCE_BOOK) |
| Publisher | VS Verlag für Sozialwissenschaften (PUBLISHER • DE) |
| DOI | 10.1007/978-3-531-90582-2_10 |
| OpenAlex | W172657288 |
| ISBN | 9783531905822 |
| Language | DE |
| References cited | 5 |
Neutralität gilt seit den Anfängen des humanitären Völkerrechts (1864) und der Gründung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz 1863 (IKRK) als eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Einsatz humanitärer Hilfsorganisationen in Konflikt- und Postkonfliktsituationen. Doch humanitäre Hilfe verhält sich zum militärischen und politischen Kontext, in dem sie geleistet wird, nicht neutral. Hilfe wird von Konfliktparteien instrumentalisiert und oft entlang existierender Konfliktlinien geleistet. Gerade in den Kriegen nach dem Zweiten Weltkrieg - Dekolonialisierungskriege, Stellvertreterkriege der zwei Supermächte, Bürgerkriege - ist ihre Wirkung leider häufig konfliktverschärfend. Hilfsorganisationen sind deshalb vielfach in die Kritik geraten, sie trügen zur Verlängerung von Konflikten und damit auch des menschlichen Leides bei, das sie eigentlich lindern sollen. Schon Anfang der 1970er Jahre wendete sich erstmals eine NGO1 (Médecins Sans Frontières, MSF) gegen den tradierten Neutralitätsstandpunkt, um diesem Dilemma der Hilfe entgegenzutreten.
Humanities · Global Peace and Security Dynamics · Historical and Contemporary Political Dynamics · International Development and Aid · Philosophy
| Highly cited | No |
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