Die Frage nach der logischen Struktur und dem Wahrheitsgehalt des theopolitischen Konzepts
Bibliographic Data
| ID | 23595702 |
|---|---|
| Authors | Joseph Ratzinger (corresponding author) |
| Year | 1986 |
| Pages | 15-20 |
| Publication date | 1986-01-01 |
| Open Access | No |
| Type | CHAPTER |
| Venue | Politik und Erlösung Zum Verhältnis von Glaube, Rationalität und Irrationalem in der sogenannten Theologie der Befreiung (SOURCE_BOOK) |
| Publisher | VS Verlag für Sozialwissenschaften (PUBLISHER • DE) |
| DOI | 10.1007/978-3-322-90075-3_4 |
| OpenAlex | W148532140 |
| ISBN | 9783322900753 |
| Language | DE |
Damit stellt sich nun aber erneut die Frage nach der logischen Konsistenz des bei Gutierrez entwickelten Argumentationsgefüges. Wir hatten vorhin den Verdacht geäußert, daß Theologie dazu dienen müsse, Lücken der politischen und ökonomischen Logik zu schließen, womit sie — am falschen Platz angewandt — lediglich zu einer irrationalen Ausflucht vor den Mängeln rationaler Konstruktion wird. Zugleich war auch schon der Verdacht aufgestiegen, daß Theologie selbst dabei zu Aussagen geführt werde, die sie aus ihren eigenen Gründen nicht decken kann. Gutierrez hat dieses Problem logischer Legitimation durchaus gesehen und versucht, es durch die Unterscheidung dreier Ebenen der Befreiung zu beantworten, denen nach ihm drei Ebenen des Denkens entsprechen: Die erste Ebene bestehe in der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Befreiung; die zweite Ebene sei die Befreiung zur Schaffung eines neuen Menschen in einer solidarischen Gesellschaft; die dritte Ebene endlich bestehe in der Befreiung von der Sünde als Ermöglichung von Gemeinschaft mit Gott und den anderen Menschen. Der ersten Bedeutungsschicht entspreche die wissenschaftliche Rationalität; die zweite sei mit dem Begriff der Utopie als eines Geschichtsprojekts zu verbinden; der dritten entspreche die Ebene des Glaubens. Alle drei Schichten bildeten einen einzigen Prozeß, der als eine differenzierte und komplexe Einheit verschiedene Bedeutungsebenen um-greife, die sowohl in ihrer prozeßhaften Einheit wie in ihrer Unterschiedenheit gesehen werden müßten.36
Humanities · Philosophy · Reformation and Early Modern Christianity · Seventeenth-Century Political and Philosophical Thought · Weber, Simmel, Sociological Theory
| Highly cited | No |
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