Ausgangspunkt und Kern seiner theologischen Konzeption
Bibliographic Data
| ID | 23599389 |
|---|---|
| Authors | Joseph Ratzinger (corresponding author) |
| Year | 1986 |
| Pages | 12-15 |
| Publication date | 1986-01-01 |
| Open Access | No |
| Type | CHAPTER |
| Venue | Politik und Erlösung Zum Verhältnis von Glaube, Rationalität und Irrationalem in der sogenannten Theologie der Befreiung (SOURCE_BOOK) |
| Publisher | VS Verlag für Sozialwissenschaften (PUBLISHER • DE) |
| DOI | 10.1007/978-3-322-90075-3_3 |
| OpenAlex | W250764849 |
| ISBN | 9783322900753 |
| Language | DE |
Das Denken Gutierrez bewegt sich von verschiedenen Ausgangspunkten her auf seine Grundoption zu, auf die Verschmelzung von politischer und theologischer Vernunft, von politischer Aktion und Hoffnung auf das Reich Gottes, die zur aktiven und politisch-revolutionären Hoffnung werden müsse. Ein entscheidender Ansatz, der für den gesamten Weg der katholischen Theologie nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil prägend wurde, liegt im Disput um die sogenannten Dualismen in der Theologie. Um ihr eigenes Objekt einzugrenzen und richtig zu formulieren, hatte die Theologie allmählich seit dem Ende der Väterzeit die Unterscheidung von natürlicher und übernatürlicher Ordnung ausgearbeitet, der dann in gewisser Hinsicht die Unterscheidung von Kirche und Welt entsprach. Daß gerade diese letztere Unterscheidung nur relativ ist, war und ist zu offenkundig, um bestritten zu werden.21 Sinn dieser Gegenüberstellung war es, die Aufgaben der christlichen Gemeinde von denen der Weltgemeinde zu unterscheiden und das Eigentümliche der christlichen Gemeinschaftsbildung in der Kirche mit seinen Voraussetzungen und Konsequenzen zu definieren. Nun hatte bereits in der Theologie der Zwischenkriegszeit und verstärkt in den fünfziger Jahren eine Kritik der sogenannten Dualismen in der Theologie eingesetzt. Die Abhebung der Natur vom Übernatürlichen wurde zunehmend als künstlich empfunden, wobei paradoxerweise zunächst mehr der Begriff der Natur als derjenige des Übernatürlichen der Kritik verfiel: Die bloße Natur gebe es gar nicht; sie sei eine gehaltlose metaphysische Abstraktion, so wurde gesagt.
| Highly cited | No |
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