Das Erbe zweier Diktaturen und die politische Kultur des gegenwärtigen Deutschland im europäischen Kontext
Bibliographic Data
| ID | 23604271 |
|---|---|
| Authors | Edgar Wolfrum (Heidelberg University, corresponding author) |
| Year | 2008 |
| Pages | 307-322 |
| Publication date | 2008-01-01 |
| Open Access | No |
| Type | CHAPTER |
| Venue | Soziale Konstellation und historische Perspektive (SOURCE_BOOK) |
| Publisher | VS Verlag für Sozialwissenschaften (PUBLISHER • DE) |
| DOI | 10.1007/978-3-531-90998-1_14 |
| OpenAlex | W21757658 |
| ISBN | 9783531909981 |
| Language | DE |
| References cited | 5 |
„Die Zukunft ist gewiss, doch die Vergangenheit veränderbar“, so lautete ein Bonmot aus Zeiten des real existierenden Sozialismus. In dem Witz steckt ein wahrer Kern: Grundsätzlich ist Geschichte nur auf den ersten Blick auf die Dimension der vergangenen Wirklichkeit festgelegt. Sie ist auch ein politischer Faktor ersten Ranges. Sie kann als Bindemittel dienen, um nationale, regionale, soziale oder andere Gruppen zu integrieren; sie kann aber auch ausgrenzen, den Gegner diffamieren, das eigene Handeln legitimieren. In pluralistischen Gesellschaften findet also — anders als in Autokratien oder Diktaturen — permanent ein Machtkampf, ein Kampf um Deutungen, ein Ringen um Diskurshoheit, ein notwendiger Wettstreit der Erinnerungen statt, bei dem es um Interessen, Macht und Herrschaft, und sei es nur über finanzielle (Forschungs-) Ressourcen, geht. Massenmedien sind Akteure und Foren der öffentlichen Geschichtspolitik, denn sie selektieren Themen, übernehmen die Skandalisierung, stellen Bilder, Ikonen und Narrative zur Verfügung. So entstehen Erinnerungsevents und Erinnerung wird nach ihrem „Wallungswert“ bemessen. Das Gedächtnis wird immer stärker durchformt von den Instrumenten und Möglichkeiten der Medien.
Art · Humanities · Political science · German History and Society · German legal, social, and political studies · Memory, History, Trauma, Identity
| Highly cited | No |
|---|