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Der diskrete Charme der Bourgeoisie? — Ein Beitrag zur Soziologie des modernen Wirtschaftsbürgertums

Bibliographic Data

ID23612543
AuthorsMarkus Pohlmann (corresponding author)
Year2008
Pages228-252
Publication date2008-01-01
Open AccessNo
TypeCHAPTER
VenueSoziale Konstellation und historische Perspektive (SOURCE_BOOK)
PublisherVS Verlag für Sozialwissenschaften (PUBLISHER • DE)
DOI10.1007/978-3-531-90998-1_11
OpenAlexW1690423509
ISBN9783531909981
LanguageDE
References cited7

AuszugDie „Bourgeoisie“ oder auch das „Bürgertum“ sind gesellschaftlich weitgehend abgelegte Begriffe. Zwar gibt es vereinzelt Versuche, diese im emphatischen oder auch soziologischen Sinn wiederzubeleben (; , , ; ; ). Aber sie erweisen sich in der Regel als analytisch noch zu wenig entwickelt (vgl. zum Versuch einer stärken anlytischen Fassung , , ). Das Bürgertum erscheint vielen Autoren eher einer historischen Beschäftigung wert (vgl. nur ; ; ; ; u.v.a.), und einem Bezug zur Gegenwart scheinen die gesellschaftlichen Spannungsmomente zu fehlen. Die sozialen Differenzen und Konflikte, mit denen man das Bürgertum konfrontieren konnte — sei es die mangelnde Satisfaktionsfähigkeit der Bürgerlichen oder die „Charaktermasken“ der Bourgeoisie — sind entschwunden. Das Bürgertum ist heute gesellschaftlich so verallgemeinert, dass es alles und nichts zu sein scheint, eine beinahe differenzlose Kategorie. Die Verbürgerlichung von Proletariat und Adel taten das Ihre dabei. Auch einschlägige Verkehrskreise des Bürgertums haben an Relevanz verloren. Die bürgerliche Salon- und die schöngeistige bürgerliche Assoziationskultur sind untergegangen, und mit ihr hat die Sozialform des Bürgertums an Aggregationshöhe ihrer Vergesellschaftung verloren (). In der Sozialstrukturanalyse ist daher vom Bürgertum kaum noch die Rede. Der Begriff wurde weitgehend abgelöst von Positionsbestimmungen, wie z.B. der oberen Dienstklasse oder den höher qualifizierten Angestellten, ohne dass eine darüber liegende Abstraktionsebene noch bemüht wird. Auch der Begriff der bürgerlichen Gesellschaft wurde in der Soziologie durch den sozialstrukturell unbestimmten Begriff der „Zivilgesellschaft“ abgelöst. Die Diskussion um die „Zivilgesellschaft“ tritt heute in die Fußstapfen einer auf Plato und Aristoteles zurückgehenden Diskussion um die politische Verfasstheit von Ge Seilschaften, während das sozialstrukturelle Erbe in der Soziologie weitgehend verwaist ist.

Humanities · Political science · Elite Sociology and Global Capitalism · German Social Sciences and History · Philosophy · Sociology and Education Studies

  • Die bürgerliche Gesellschaft

    Dieter Hein•Die Revolution von 1848/49•2019

  • Zur Soziologie des Bürgertums und der Bürgerlichkeit

    M Rainer Lepsius•Interessen, Ideen und Institutionen•1990

  • Der neue Geist des Kapitalismus

    Open Access•Eve Chiapello, Luc Boltanski•Die Entdeckung der Gestaltbarkeit•2022

  • Der neue Geist des Kapitalismus

    Open Access•Felix Baumert•Die Entdeckung der Gestaltbarkeit•2022

  • Demokratie in Deutschland

    M Rainer Lepsius•Demokratie in Deutschland•1993

  • Die skeptische Generation. Eine Soziologie der deutschen Jugend

    Werner Conze, Helmut Schelsky•The Economic History Review•1958

Highly citedNo

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