Responsive Interdisziplinarität – Aufbrüche und ungenutzte Chancen
Bibliographic Data
| ID | 23628453 |
|---|---|
| Authors | Alfons Bora (0000-0003-0190-3079, Bielefeld University, corresponding author) |
| Year | 2023 |
| Pages | 119-186 |
| Publication date | 2023-01-01 |
| Open Access | Yes |
| Type | CHAPTER |
| Venue | Responsive Rechtssoziologie ¿ Theoriegeschichte in Systematischer Absicht (SOURCE_BOOK) |
| Publisher | Springer Fachmedien Wiesbaden (PUBLISHER) |
| DOI | 10.1007/978-3-658-41141-1_4 |
| OpenAlex | W4378575379 |
| ISBN | 9783658411411 |
| Language | DE |
Wie Kap. 3 gezeigt hat, erwuchs aus der Jurisprudenz des neunzehnten Jahrhunderts ein reflexionstheoretisches Konzept doppelter Autonomie, das sich in Interdisziplinaritätsdiskursen der Indifferenz (Ehrlich), der sachlichen Hierarchie als Dominanz entweder der Jurisprudenz (Kantorowicz) oder der Soziologie (Marx, Durkheim, Tönnies) niederschlug, aber auch schon Ansätze stärker responsiven Denkens zu Tage förderte (Weber, Geiger). Während die von der Autonomisierung der Rechtswissenschaft geprägten Diskurse die Frage nach deren gesellschaftlicher Praxis auf die Soziologie externalisierten – die gerade dadurch ihrerseits an Autonomie gewann –, mündete diese neue Autonomie der Soziologie als Erfahrungswissenschaft überraschend schnell in die Auslagerung der rechtstheoretischen Praxisbezüge (Weber) oder blieb theoriegeschichtlich ohne nachhaltigen Einfluss (Geiger). Die Gründungsphase der Rechtssoziologie, das sollte in den bisherigen Überlegungen deutlich geworden sein, war deshalb geprägt von einer Gemengelage widersprüchlicher Reflexionsdiskurse, aus der sich keine Identität des interdisziplinären Feldes bilden konnte.
Humanities · Political science · Comparative and International Law Studies · Historical Legal Studies and Society · Law and Political Science · Philosophy
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