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Kaderparteien, Bewegung, Szene, kollektive Episode oder was?

Bibliographic Data

ID23728626
AuthorsWerner Bergmann (Technische Universität Berlin), Rainer Erb (Technische Universität Berlin)
Year1994
Pages26-34
Publication date1994-01-01
Peer ReviewedYes
Open AccessNo
TypeCHAPTER
VenueForschungsjournal Neue Soziale Bewegungen (SOURCE_BOOK)
PublisherVS Verlag für Sozialwissenschaften (PUBLISHER • DE)
DOI10.1007/978-3-322-98428-9_4
OpenAlexW197388055
ISBN9783322984289
LanguageDE
Citations received2
References cited2

Im Vergleich zum organisationsfixierten, völkisch-antimodernen alten Rechtsextremismus läßt sich im rechtsextremen Lager in den letzten Jahren eine Veränderung beobachten, die man mit den Stichworten Verjüngung, Übernahme sub- und jugendkultureller Muster, kulturelle Modernisierung, militant-spontaner Aktionismus, ideologische Pluralisierung und eine damit einhergehende individuell variable Internalisierungstiefe von Ideologieelementen sowie Abkehr von einer Führer- und Hierarchiefixierung hin zu einer schwachen und dezentralen Organisation beschreiben kann. Hinzu kommt, daß das rechte Lager mit dem Issue „Ausländer/Asyl“ erstmals ein Thema besetzt hat, das auch in breiteren Bevölkerungsschichten und in politischen Parteien als „soziales Problem“ angesehen wird.1 Diese Beobachtung hat unter Sozialwissenschaftlern einen Streit darüber ausgelöst, wie man dieses schillernde Phänomen mit soziologischen Kategorien fassen kann. Eine Reihe von Rechtsextremismusforschem hat vorgeschlagen, diese Phänomene unter dem Begriff der sozialen Bewegung zu subsumieren und greift dabei auf die im wesentlichen am Beispiel der links-libertären neuen sozialen Bewegungen entwickelten Theorien zurück.2 Dagegen verwahren sich andere „Bewegungsforscher“, die ihren positiv besetzten Bewegungsbegriff an progressivemanzipatorischen Bewegungen gebildet haben und sich deshalb teils mit empirischen Gegenargumenten, teils aber aus normativer Befangenheit dagegen wehren, daß dieser „Ehrentitel“ dem Rechtsextremismus zukommen soll, der mit seinen Aktionen und Zielen dem Idealbild einer „neuen sozialen Bewegung“ völlig widerspricht.3 Mit der zweiten, rein normativ argumentierenden Ablehnungsvariante wollen wir uns hier nicht befassen, da wir den Begriff der sozialen Bewegung als Strukturkategorie ansehen, die gegenüber ihren Inhalten neutral ist, d.h. die Protestthemen nicht von vornherein politisch oder moralisch bewertet.

Humanities · Political science · Communism, Protests, Social Movements · German legal, social, and political studies · Philosophy · Populism, Right-Wing Movements

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    Heinrich W Ahlemeyer•Zeitschrift für Soziologie•1989

Unique citing works2
Citations per year0,1
Citation span2005 - 2014 (10)
Citation velocityhistorical
Highly citedNo
Citation typesNeutral: 2

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