Skip to main content

ETHNOS_APP

Home • Search • Journals • List 0

Der Staat als irdischer Gott

Genese und Relevanz einer Hegelschen Idee

Bibliographic Data

ID24048948
AuthorsLudwig Siep (corresponding author)
Year2015
Pages279
Publication date2015-01-01
Open AccessNo
TypeBOOK
VenueDer Staat als irdischer Gott (SOURCE_BOOK)
PublisherMohr Siebeck (PUBLISHER)
DOI10.1628/978-3-16-167704-5
OpenAlexW4415839056
Open LibraryOL35933173M
ISBN9783161677045, 9783161538483
LanguageDE

In der Gegenwart wird über den »Gottesbezug« von Verfassungen ebenso gestritten wie über eine »Staatsvergottung«, welche die Menschenrechte gefährden könnte. Die Idee eines »absoluten« Staates hat in der politischen Philosophie der Neuzeit eine lange Geschichte, die bei Hegel gipfelt. Sie gehört zur Emanzipation des säkularen Staates von religiöser und kirchlicher Bevormundung sowie zur Sicherung der Religionsfreiheit und anderer Grundrechte. Staatlich gesetztes Recht ist die einzige Quelle von verbindlichen und sanktionierbaren Gesetzen. Ludwig Siep zeigt, dass Philosophen seit der Epoche der Französischen Revolution den Staat in einer freiheitsgefährdenden Konkurrenz mit den Kräften der Religion und der Wirtschaft sahen. Er konnte in ihr nur durch eine eigene Sinnstiftung für die Menschen bestehen. Es musste sich lohnen, für den Staat im Notfall auf alle privaten Interessen zu verzichten und ihm mindestens ebensolche Opfer zu bringen wie dem Glauben. Diese Überhöhung sollte selber im Interesse des Schutzes der Rechte der Individuen stehen - ganz anders als in den totalitären, rechtsverachtenden Staaten des 20. Jahrhunderts. Der staatlichen Souveränität standen aber nur unzureichend entwickelte Abwehr- und Widerstandsrechte der Bürger gegenüber. Der Autor zieht daraus Konsequenzen für die gegenwärtige Diskussion nach der »Wiederkehr der Religionen«. Zur Sicherung der Grundfreiheiten gegen religiöse Mächte und Privatinteressen muss der Staat höchste Instanz der Rechtssetzung bleiben - er darf nicht »postsäkular« werden. Wenn Religionsgemeinschaften glaubwürdig, auch nach innen, die Menschenrechte verteidigen und den unparteiischen Staat akzeptieren, braucht dieser keine »sittliche« oder gar »sakrale« Autorität. Zur Zügelung der globalen Wirtschaft muss er aber Souveränität an überstaatliche Organe abgeben, ohne dass sein legitimes Gewaltmonopol zerfällt (»failed states«).

Absolute (philosophy) · Grundrechte · Human rights · Order (exchange) · Pluralismus · Politics · Politische Philosophie · Power (physics) · Sakralisierung · Säkularisation · Secular state · Sovereignty · State (computer science) · Zivilreligion · Philosophy · Philosophy of Law · Globalization, Historical Perspectives, and International Relations · Philosophical and Historical Studies · Religion, Theology, and Education · Church and state · History · Political science · Political Science_Philosophy · The State

Citation velocityhistorical
Highly citedNo

Tools

Open DOI
Ethnos_APP • Open Source Project • MIT License • Frontend v2.0.0 • Privacy and Cookies • API Documentation: api.ethnos.app/docs • API Source Code: GitHub • DOI: 10.5281/zenodo.17049435 • Frontend Source Code: GitHub • DOI: 10.5281/zenodo.17050053 • cruz.rio.br • Expectantes Misericordiae