Amba und Amerikaner
Bemerkungen zur These der Universalität von Herrschaft
Bibliographic Data
| ID | 3153307 |
|---|---|
| Authors | Ralf Dahrendorf (corresponding author) |
| Year | 1964 |
| Volume | 5 |
| Issue | 1 |
| Pages | 83-98 |
| Publication date | 1964-06-01 |
| Peer Reviewed | Yes |
| Open Access | Yes |
| Type | ARTICLE |
| Venue | European Journal of Sociology (JOURNAL) |
| Journal identifiers | ISSN: 0003-9756 • E-ISSN: 1474-0583 |
| Publisher | Cambridge University Press (CUP) (PUBLISHER) |
| DOI | 10.1017/s0003975600000904 |
| OpenAlex | W2113456563 |
| Language | EN |
| Citations received | 4 |
| References cited | 3 |
Die Möglichkeit, soziale Universalien zu finden, übt seit langem schon einen merkwürdigen Reiz auf Soziologen aus. Man hat diesen Universalien viele Namen gegeben. Heute heißen sie in der Regel »funktionale Vorbedingungen von Gesellschaft« (1); im Anschluß an die ältere Tradition und in stärker philosophisch gefärbter, damit auch absichtlich reifizierender Weise könnte man von »Grundbedingungen der Vergesellschaftung« sprechen (2); vielleicht bezeichnet auch das, was Max Weber ohne voile Klarheit »Soziologische Grundbegriffe« nannte, solche Universalien (3) - denn immer geht es dabei um den Versuch, Phänomene zu finden, die zumindest als solche von allem historischen Wandel unberührt bleiben. Der Versuch ist so sinnlos nicht. Er soil ja nicht die Historizität von Gesellschaft leugnen, sondern deren Analyse die richtige Richtung weisen, indem er gewissermaßen das Substrat des Wandels bezeichnet: Die Familie, die soziale Schichtung, die Religion sind (vielleicht) universell; gewandelt haben sich jedoch deren jeweilige Formen, und die Probleme der Forschung liegen in der Untersuchung dieser historischen Formen. Wenn es gelänge, soziale Universalien zu finden, so wären diese gewissermaßen die Pflöcke, an die sich alle historisch variablen Elemente sozialer Strukturen anbinden ließen. Eine der wichtigsten Thesen dieser Art ist nun die, daß alle menschlichen Gesellschaften Strukturen von Macht und Herrschaft kennen. Die Konsequenzen dieser These sind soziologisch wie politisch erheblich. Politisch würden sie die Sinnlosigkeit utopischer Bemühungen begründen; denn es scheint, daß zumindest alle klassischen Utopien Herrschaftslosigkeit als eines ihrer zentralen Konstruktionselemente kennen (4). Die verheerenden Folgen der These für marxistische Gesellschaftstraume liegen ja auf der Hand. Soziologisch ließe sich aus der Universalität von Herrschaft die Notwendigkeit einer ganzen Reihe weiterer Phänomene ableiten. Insbesondere lassen sich - wie mir scheint - sowohl Ungleichheiten sozialer Schichtung als auch soziale Konflikte auf Herrschaft zurückführen (5). Dies sind überdies nur die dramatischsten Folgen der Universalitäts-These
Humanities · Economic and Social Issues · German Social Sciences and History · Philosophy · Weber, Simmel, Sociological Theory
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| Unique citing works | 4 |
|---|---|
| Citations per year | 0,06 |
| Citation span | 1964 - 2012 (49) |
| Citation velocity | historical |
| Highly cited | No |
| Citation types | Neutral: 3 |