Skip to main content

ETHNOS_APP

Home • Search • Journals • List 0

Ein Mord ist ein Mord ist ein Mord!? Der Beitrag akzeptierender Jugendarbeit zur Dethematisierung rechten Terrors

Bibliographic Data

ID6175448
AuthorsGabriele Fischer (0000-0001-9631-4685, corresponding author)
Year2024
Volume25
Issue1
Pages66-81
Publication date2024-06-11
Peer ReviewedYes
Open AccessYes
TypeARTICLE
VenueZQF – Zeitschrift für Qualitative Forschung (JOURNAL)
Journal identifiersISSN: 2196-2138 • E-ISSN: 2196-2146
PublisherVerlag Barbara Budrich GmbH (PUBLISHER)
DOI10.3224/zqf.v25i1.05
OpenAlexW4399542651
LanguageDE
Citations received1
References cited8

Ein rechter Terroranschlag stellt ein extremes krisenhaftes Ereignis dar – auch für die Kommune, in der er stattfindet. In den meisten Fällen lässt sich relativ schnell nach der Tat eine Dethematisierung rechter Gewalt feststellen. Für die wissenschaftliche Auseinandersetzung stellt sich die Frage nach den Dynamiken der Dethematisierung: Wie kommt es dazu, dass die Taten aus dem öffentlichen Diskurs verschwinden? Auf der Basis einer multiperspektivischen Analyse eines extrem rechten Mordes in Baden-Württemberg wird die Rolle der mobilen Jugendarbeit für den Prozess der Dethematisierung analysiert, die in diesem Fall eine wichtige Funktion zugeschrieben bekam. Damit wird ein westdeutscher Fall diskutiert, was insofern von Bedeutung ist, als die mobile Jugendarbeit mit akzeptierendem Ansatz häufig für die ostdeutschen Bundesländer dieser Zeit problematisiert wird. Basis der qualitativ-rekonstruktiven Analyse sind Interviews mit dem damaligen Sozialarbeiter und einem ehemals rechtsorientierten Jugendlichen. Beide wurden mehr als 25 Jahre nach dem Anschlag im Rahmen eines Lehrforschungsprojekts befragt. Die Rekonstruktion zeigt, dass die mobile Jugendarbeit in diesem Fall als zentrale Problemlösungsinstanz von der Gemeinde adressiert wurde, indem die damals rechtsorientierten Jugendlichen als Hauptursache konstruiert und isoliert wurden. Die Kontrastierung der beiden Perspektiven verweist darauf, dass die mobile Jugendarbeit sich nach diesem krisenhaften Ereignis des Mordes die politischen Ziele der Kommune zu Eigen gemacht und damit mit zur Dethematisierung des Mordes beigetragen hat. Dies war unter anderem möglich, weil die mobile Jugendarbeit den akzeptierenden Ansatz anwendete, der gesellschaftliche Ermöglichungsbedingungen extrem rechter Haltungen weitgehend ausblendet und diese als Problemlage von Jugendlichen fasst. Mit diesem Beitrag soll mit einem qualitativen Zugang ein weiterer empirischer Beitrag für die Auseinandersetzung um die Dethematisierung rechten Terrors der 1990er Jahre geleistet werden

Humanities · Political science · Philosophy

  • Trauer, Kritik, Widerstand – Frauen als Akteurinnen des Erinnerns an Todesopfer rechter Gewalt. Überlegungen und Ansätze zur Adressierung von Gender in der Forschung zu Erinnerungspraktiken

    Open Access•Gabriele Fischer, Andrei V Rode et al.•FEMINA POLITICA – Zeitschrift für…•2025

  • Recht extrem? Dynamiken in zivilgesellschaftlichen Räumen

    Open Access•Julian Sehmer, Stephanie Simon et al.•Recht extrem? Dynamiken in…•2021

  • Biografische Wandlungen ehemals organisierter Rechtsextremer

    Open Access•Johanna Sigl•Biografische Wandlungen ehemals…•2018

  • Interview und Dokumentarische Methode

    Open Access•Arnd-Michael Nohl•Interview und Dokumentarische…•2017

Unique citing works1
Citations per year1
Citation span2025 - 2025 (1)
Citation velocityrecent
Highly citedNo
Citation typesNeutral: 1

Tools

Open DOIOpen Access
Ethnos_APP • Open Source Project • MIT License • Frontend v2.0.0 • Privacy and Cookies • API Documentation: api.ethnos.app/docs • API Source Code: GitHub • DOI: 10.5281/zenodo.17049435 • Frontend Source Code: GitHub • DOI: 10.5281/zenodo.17050053 • cruz.rio.br • Expectantes Misericordiae