Überwachungskapitalistische Biopolitik
Big Tech und die Regierung der Körper
Bibliographic Data
| ID | 6413319 |
|---|---|
| Authors | Felix Maschewski (0000-0002-3180-8403, Humboldt-Universität zu Berlin, corresponding author), Anna-Verena Nosthoff (0000-0003-0890-2511, University of Vienna) |
| Year | 2022 |
| Volume | 32 |
| Issue | 2 |
| Pages | 429-455 |
| Publication date | 2022-06-01 |
| Open Access | Yes |
| Type | ARTICLE |
| Venue | Zeitschrift für Politikwissenschaft (JOURNAL) |
| Journal identifiers | ISSN: 1430-6387 • E-ISSN: 2366-2638 |
| Publisher | Springer Science and Business Media LLC (PUBLISHER) |
| DOI | 10.1007/s41358-021-00309-9 |
| OpenAlex | W4210476396 |
| Language | DE |
| Citations received | 2 |
| References cited | 44 |
Der Artikel analysiert den Einzug Big Techs (der Fokus liegt auf Apple und Alphabet) in den Gesundheitsmarkt und beschreibt in Anlehnung an Michel Foucault und Shoshana Zuboff das Konzept einer „überwachungskapitalistischen Biopolitik“. Ziel ist, die Ausweitung des „Datenextraktivismus“ im Gesundheitswesen und der Gesundheitsforschung machtkritisch einzuordnen und damit einen Trend in der digitalen Gesundheitsfürsorge zu problematisieren, der sich in den letzten Jahren und, wie wir zeigen, besonders während der Coronakrise beschleunigt und ausgefächert hat. Anhand wissenschaftlicher und kommerzieller Projekte sowie Kooperationen im Bereich public health wird deutlich, dass zeitgenössische Formen der Biopolitik keineswegs auf staatliche Regime beschränkt sind. Stattdessen sind sie zunehmend über private Technologieunternehmen vermittelt, die dabei nicht nur intime Verhaltens- und Vitaldaten akkumulieren, sondern – qua proprietärer Algorithmen – auch den Zugang zu diesen kontrollieren und schließlich ihren Einfluss in exklusive Services und Produkte überführen. Ein besonderer Akzent des Artikels liegt zudem auf der voranschreitenden Verbreitung sogenannter Wearable-Technologien (Smartwatches etc.), über die sich nicht nur die herausgehobene Marktposition der Konzerne, sondern – in der Entwicklung von einem „quantifizierten Selbst“ zu einem „quantifizierten Kollektiv“ – auch ihre epistemische bzw. „infrastrukturelle Macht“ konkretisiert. Entgegen einer einseitig repressiven Perspektive auf biopolitische Praxen zeigen wir schließlich Ansätze einer Demokratisierung „überwachungskapitalistischer Biopolitik“ auf. Hierbei heben wir vier Topoi hervor, die von zentraler Bedeutung sind: Privatsphäre bzw. individuelle Souveränität, demokratische Deliberation, Pluralismus und epistemische Gleichheit
Humanities · Political science · Biomedical Ethics and Regulation · Consumer behavior in food and health · Medical, Sociocultural, and Biopolitical Studies · Philosophy
Das quantifizierte Selbst
Self-Tracking
Persuasive Technology
Democratizing Health Research Through Data Cooperatives
Artificial intelligence and algorithmic bias
A Panopticon on My Wrist
Survival of the (Data) Fit
Psychology and Surveillance Capitalism
Die digitale Konstellation. Eine Positionsbestimmung
Das Ende des Politischen? Demokratische Politik und Künstliche Intelligenz
Der psychotechnologische Komplex – Die Automatisierung mentaler Prozesse als demokratietheoretisches Problem
Zwischen neuer Solidarität und Entsolidarisierung – Der Sozialstaat angesichts des digitalen Wandels
When digital health meets digital capitalism, how many common goods are at stake
A New Algorithmic Identity
Biopolitics in the Time of Coronavirus
Tracking lives, forging markets
| Citations per year | 0.5 |
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| Citation span | 2022 - 2022 (1) |
| Highly cited | No |