Karl Mannheims „Das Problem der Generationen“, neu gelesen
Generationen-“Gruppen” oder „gesellschaftliche Regelung von Zeitlichkeit“?
Bibliographic Data
| ID | 8076428 |
|---|---|
| Authors | Joachim Matthes (Institut für Soziologie, Universität Erlangen-Nürnberg, Kochstr. 4, D-8520 Erlangen, corresponding author) |
| Year | 1985 |
| Volume | 14 |
| Issue | 5 |
| Pages | 363-372 |
| Publication date | 1985-10-01 |
| Peer Reviewed | Yes |
| Open Access | No |
| Type | ARTICLE |
| Venue | Zeitschrift für Soziologie (JOURNAL) |
| Journal identifiers | ISSN: 0340-1804 • E-ISSN: 2366-0325 |
| Publisher | De Gruyter (PUBLISHER • DE) |
| DOI | 10.1515/zfsoz-1985-0503 |
| OpenAlex | W4560089 |
| Language | DE |
| Citations received | 21 |
Die 1980 veröffentlichten, bislang unbekannten Arbeiten von Karl Mannheim zur Methodologie einer Kultursoziologie geben Anlaß, seine klassische Studie zum Problem der Generationen noch einmal neu zu lesen. In der kritischen Anwendung des „Denksozsiologen“ Mannheim auf den „Generationentheoretiker“ Mannheim erschließt sich ein Zugang zur Generationenproblematik, den sich Mannheim selber noch nicht öffnete und der heute in Parallelität zu Entwicklungen in der Sozialisations- und Lebenslaufforschung eher sichtbar wird. Zwei Gedankenwege führen zu diesem Zugang. Zum einen weist Mannheims „Denksoziologie“ den Weg zu einer Analyse der gesellschaftlichen Verbegrifflichung von sozio-kulturellen Prozessen und Konstellationen als generationellen, - vor aller wissenschaftlichen Konzeptualisierung des Generationenproblems, der Mannheim trotz seiner wissenssoziologischen Orientierung noch verhaftet bleibt und die anders ausfällt, wenn sie sich auf eine „denksoziologische“ Vorab-Analyse gesellschaftlicher Verbegrifflichung von generationellen Phänomenen beziehen kann. Zum anderen zeigt eben ein solches Vorgehen, wie sehr auch Mannheims Analyse des Generationenproblems - trotz all seiner eigenen gegenteiligen Absichten und Bekundungen - der Vorstellung vom gruppenhaften Charakter von Generationen verhaftet bleibt, - einer Vorstellung, die mit der Neigung zur Verräumlichung gesellschaftlicher Phänomene im soziologischen Denken zusammenhängt. Die Aufdeckung von Widersprüchen und Aporien in Mannheims Analyse des Generationenproblems führt in Parallelität zur neueren Sozialisations- und Lebenslaufforschung zu einer anderen, in Mannheims Analyse zwar angelegten, aber nicht konsequent ausgearbeiteten Sicht auf das Generationenproblem: generationelle Verhältnisse erscheinen dann als eine Modalität der gesellschaftlichen Regelung von Zeitlichkeit, in der es um die Verarbeitung der Erfahrung von Ungleichzeitigkeit in Erfahrungs- und Erinnerungsbeständen geht, die je für sich Konsistenz und Plausibilität aus dem Umstand ihrer Gleichzeitigkeit gewinnen, - auch und gerade dann, wie Mannheim betont hat, wenn sie im Blick auf geteilte Erfahrungen polare Typisierungen in sich enthalten. Der Blick wird damit von Generationen als Altersgruppen mit je in sich gemeinsamen, unter sich verschiedenen Orientierungen weg auf kulturelle Typisierungen und Regelungen von Zeitlichkeit gerichtet, für die generationell ausgeprägte Altersgruppen als gesellschaftliche Indikatoren stehen
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| Unique citing works | 21 |
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| Citations per year | 0,75 |
| Citation span | 1998 - 2026 (29) |
| Citation velocity | current |
| Highly cited | No |
| Citation types | Neutral: 21 |