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Sicher vor Dämonen? Musikarchäologische Forschungen zu Glocken in awarischen Gräbern

Bibliographic Data

ID9608580
AuthorsBeate Maria Pomberger (0000-0002-3366-0924, corresponding author), Peter Stadler (0000-0003-4000-3778)
Year2018
Volume1
Pages227-250
Publication date2018-01-01
Peer ReviewedYes
Open AccessYes
TypeARTICLE
VenueArchaeologia Austriaca (BOOK_SERIES)
Journal identifiersISSN: 0003-8008 • E-ISSN: 1816-2959
PublisherOsterreichische Akademie der Wissenschaften, Verlag (PUBLISHER)
DOI10.1553/archaeologia102s227
OpenAlexW2905260562
LanguageDE

Aus dem Awarenreich sind einige wenige Glockenfunde bekannt, die jedoch nicht weiter erforscht sind. Um Aufschluss Ã1⁄4ber ihre Funktion und Bedeutung zu erhalten, wurden in einer Pilotstudie fÃ1⁄4nf Bronzeglöckchen aus dem spätawarischen Mädchengrab 157, Vösendorf- Laxenburger Straà e, Niederösterreich, auf Tonhöhe, Schallpegel und Reichweite akustisch untersucht. Die Grundtöne der beiden gröà eren und eines der drei kleinen Glöckchen ergaben einen Dreiklang, welcher durch das vierte gemessene kleine Glöckchen durch eine Sekund gestört wurde. Der Schallpegel der Glöckchen ist gering, ihre Reichweite geht nicht Ã1⁄4ber 0,5 m hinaus. Die im zweiten Teil des Beitrags vorgestellte Glockentypologie zeigt, dass die Formen Groà teils antike Wurzeln haben, drei Typen dÃ1⁄4rften auf östliche Vorgänger zurÃ1⁄4ckgehen. Alle 72 bislang bekannten awarischen Glocken, die aus 40 Fundorten und 63 Fundkontexten stammen, beschränken sich auf Ungarn, à sterreich, Serbien und die Slowakei. Zurzeit sind keine Funde aus Rumänien bekannt. Ist in frÃ1⁄4hawarischer Zeit die gröà te Anzahl an Glocken in Gebrauch, so nimmt diese in den späteren Epochen rapide ab, was wahrscheinlich darauf zurÃ1⁄4ckzufÃ1⁄4hren ist, dass Schellen modern werden. Der Vergleich der Glockenfunde aus den 53 Awarengräbern bezÃ1⁄4glich ihrer Lage im Grab zeigt, dass sich die meisten Glocken im Becken- und Oberschenkelbereich befanden. Das deutet darauf hin, dass die Idiophone in Behältnissen oder an Ketten bzw. SchnÃ1⁄4ren am GÃ1⁄4rtel getragen wurden. Der Brauch, sich mit Glocken zu schmÃ1⁄4cken bzw. diese mit sich herumzutragen, dÃ1⁄4rfte vorwiegend spätantike Wurzeln haben und steht möglicherweise mit apotropäischem Schutz in Verbindung. Innerhalb der Gräber mit Glocken nehmen Frauenbestattungen die erste Stelle ein, gefolgt von Kindern und Männern. Lediglich in einem Grab lag die Glocke beim Pferd. Da in der Regel jedes Grab nur eine Glocke enthielt, nehmen das Mädchengrab 157 aus Vösendorf-Laxenburger Straà e mit fÃ1⁄4nf Bronzeglöckchen, das Männergrab 471 aus Kölked Feketekapu A mit drei Eisenglocken und drei weitere ungarische Gräber mit je zwei Glocken eine Ausnahmestellung ein

Art · Humanities · Physics · Ancient and Medieval Archaeology Studies · Historical and Archaeological Studies · Linguistics and language evolution

Citation velocityhistorical
Highly citedNo
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