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Männermythos, Frauenmythos, und Danach? Anmerkungen Zum Mythos Ingeborg Bachmann

Bibliographic Data

ID9851853
AuthorsMonika Albrecht (0000-0003-2135-7829, corresponding author)
Year2004
Volume57
Issue1
Pages91-110
Publication date2004-01-01
Peer ReviewedYes
Open AccessYes
TypeARTICLE
VenueGerman Life and Letters (JOURNAL)
Journal identifiersISSN: 0016-8777 • E-ISSN: 1468-0483
PublisherWiley (PUBLISHER • GB)
DOI10.1111/j.1468-0483.2004.00272.x
OpenAlexW1988010797
LanguageDE
Citations received2

Der Essay setzt sich kritisch mit zwei Aspekten des gegenwärtigen Bachmann‐Bildes auseinander, mit der Rückkehr des ‘Männermythos’ Ingeborg Bachmann in der literarischen Öffentlichkeit und mit der Fortschreibung des feministischen Bachmann‐Mythos in der deutschen Literaturwissenschaft. Zunächst zeigt ein Blick auf das Bachmann‐Bild in der neueren Zeitungskritik, dass dort inzwischen wieder präfeministische Vorstellungen und Klischees reaktiviert werden, die den Bachmann‐Mythos der 1950er Jahre im neuen Gewand des ausgehenden 20. Jahrhunderts auferstehen lassen. Aber auch das Bachmann‐Bild der feministischen Literaturwissenschaft hat sich noch nicht von Konstruktionen der 1980er Jahre gelöst, vor allem insofern, als nach wie vor an der Vorstellung von Bachmann als einer feministischen Vordenkerin festgehalten wird. Damals galt die Schreibweise der Autorin als vorweggenommene Konkretisierung poststrukturalistischer Thesen, heute werden ebenfalls wieder die neuesten geistes‐ und kulturwissenschaftlichen Errungenschaften in ihre Texte hineingelesen. Demgegenüber wird im folgenden darauf bestanden, daß es, will man Bachmann mit neueren Gender ‐Theorien in Verbindung bringen, keineswegs ausreicht, wenn ihre Texte die herrschenden Geschlechterverhältnisse kritisch in Frage stellen. Auch wenn Bachmann die Frage der Geschlechtsidentität zunehmend beschäftigt hat: den radikalen Gedankenschritt, der in der Verabschiedung von essentialistischen Begriffen von Geschlechtsidentität besteht, hat die Autorin noch nicht vollzogen. Der folgende Essay versteht sich also als Plädoyer dafür, die Leistungen, aber auch die Grenzen von Bachmanns Texten im Horizont ihrer historischen und gesellschaftlichen Bedingtheit zu sehen – und nicht zuletzt die Macht der Geschlechtermythen ihrer Zeit ernst nehmen

Art · Humanities · German legal, social, and political studies · German Literature and Culture Studies · Linguistic research and analysis · Philosophy

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Citation span2008 - 2016 (9)
Citation velocityhistorical
Highly citedNo
Citation typesNeutral: 2

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