Von der Unmöglichkeit der Gegenwart’
Geschlecht, Generation und Nation in Petzolds Die Innere Sicherheit und Sanders‐Brahms' Deutschland, Bleiche Mutter
Bibliographic Data
| ID | 9852338 |
|---|---|
| Authors | Stefanie Hofer (0000-0002-8692-1665, Virginia Tech, corresponding author) |
| Year | 2009 |
| Volume | 62 |
| Issue | 2 |
| Pages | 174-189 |
| Publication date | 2009-04-01 |
| Open Access | Yes |
| Type | ARTICLE |
| Venue | German Life and Letters (JOURNAL) |
| Journal identifiers | ISSN: 0016-8777 • E-ISSN: 1468-0483 |
| Publisher | Wiley (PUBLISHER • GB) |
| DOI | 10.1111/j.1468-0483.2009.01455.x |
| OpenAlex | W2005457924 |
| Language | DE |
| Citations received | 1 |
| References cited | 1 |
Christian Petzold gehört zur Berliner Schule, die sich gern als Gegenbewegung zum deutschen Kommerzkino versteht und der deshalb Parallelen zum Neuen Deutschen Film nachgesagt werden. Ein Vergleich zwischen Petzolds Die innere Sicherheit (2000) und Sanders‐Brahms' Deutschland, bleiche Mutter (1980) wird jedoch aufzeigen, dass fundamentale Unterschiede in der Bedeutung bestehen, die der (cineastischen) Erinnerung beigemessen werden. Besonders anschaulich lässt sich dieser Gegensatz am Generationenverständnis ablesen. In Deutschland, bleiche Mutter sorgt – typisch für feministische Filme des Neuen Deutschen Kinos – intergenerationelle Kommunikation und die aktive Aufarbeitung der (konfliktreichen) Vergangenheit für die Subjektwerdung. Gleichzeitig hinterfragt der Film traditionelle Generationenvorstellungen, die die ödipale Rebellion favorisieren, und gesellschaftliche Konventionen, die die Unterdrückung der Frau befürworten. In Petzolds Terroristendrama ist es dagegen der Generationenkonflikt, der gesellschaftlichen Wandel vorantreibt. Nicht die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, sondern der Bruch mit ihr ist für die persönliche und soziale Identitätsentwicklung verantwortlich. Folglich favorisiert Die innere Sicherheit ein psychoanalytisches und soziologisches Generationenverständnis, das – im Gegensatz zur (feministischen) Tradition des Neuen Deutschen Films – eine erstaunlich patriarchalische Prägung aufweist
Art · Humanities · Political science · European history and politics · German legal, social, and political studies · Philosophy · Sociology and Education Studies
| Citations per year | 0.07 |
|---|---|
| Citation span | 2011 - 2011 (1) |
| Highly cited | No |