Was wäre denn Gerechtigkeit? Zur Rechtsskepsis in Bernhard Schlinks Der Vorleser
Bibliographic Data
| ID | 9854238 |
|---|---|
| Authors | Beate M Dreike (University College Cork, corresponding author) |
| Year | 2002 |
| Volume | 55 |
| Issue | 1 |
| Pages | 117-129 |
| Publication date | 2002-01-01 |
| Open Access | Yes |
| Type | ARTICLE |
| Venue | German Life and Letters (JOURNAL) |
| Journal identifiers | ISSN: 0016-8777 • E-ISSN: 1468-0483 |
| Publisher | Wiley (PUBLISHER • GB) |
| DOI | 10.1111/1468-0483.00218 |
| OpenAlex | W1970672430 |
| Language | DE |
| Citations received | 1 |
Bernhard Schlink wird von Kritikern wie Germanisten der Vorwurf gemacht, daß er im Vorleser im Gegensatz zu den Erwartungen, die man offenbar an ‘Holocaust‐Literatur’ stellt, keine eindeutige Antwort auf die aufgeworfene Schuldfrage gibt. Dieses Urteil ist sicher zutreffend, darüber hinausführend wird aber hier die These vertreten, daß eine solche Schuldzuweisung nicht der Intention des Romans ent‐spricht. In dem Maße wie man philosophische und juristische Kriterien an die dargestellten Sachverhalte anlegt, um die moralischen Aspekte zu erläutern, werden die Komplexität der Probleme und die sich daraus ergebende Unmöglichkeit, eine eindeutige Wertung vorzunehmen, offenbar. Die hier vertretene Meinung ist vielmehr, daß Der Vorleser als Roman zu verstehen ist, der das Scheitern des Versuchs, Gerechtigkeit durch Rechtsprechung herzustellen, thematisiert. Zur Untermauerung meiner These werden zwei von Schlinks juristischen Vorlesungen und einige seiner Kriminalromane und Essays hinzugezogen
Humanities · Criminal Law and Policy · German Security and Defense Policies · Law and Political Science · Philosophy
| Citations per year | 0.05 |
|---|---|
| Citation span | 2006 - 2006 (1) |
| Highly cited | No |