Zeitschrift für Ideengeschichte
Journal Data
| Type | JOURNAL |
|---|---|
| Publisher | Verlag C.H.Beck oHG |
| ISSN | 1863-8937 |
| Wikidata | Q186683 |
| OpenAlex | S4210212849 |
| MAG | 4210212849 |
| Website | http://www.z-i-g.de |
| Total publications | 15 |
| Coverage period | 2007 - 2023 |
| Country | DE |
| Language | DE |
| Cited by | 9 |
| h-index | 2 |
This journal focuses on the history of ideas. While intellectual history can occasionally intersect with social theory, its primary focus is not directly aligned with social anthropology or its closely cognate fields
Art, Aesthetics, and Perception · Communism, Protests, Social Movements · Critical Theory and Philosophy · Diverse Scientific and Economic Studies · Ecology, Conservation, and Geographical Studies · Economic and Social Issues · European history and politics · European Political History Analysis · German Colonialism and Identity Studies · German History and Society
War Jacob Taubes ein Scharlatan
Seine großen, dunklen Augen ruhten niemals auf einem Ding. Immer war ein Flackern in ihnen, dem oft eine Bewegung um einen verletzlichen Mund entsprach.» Dieter Henrich war diesem «Flackern» – das er in seinem Nachruf auf Jacob Taubes (1923–1987) mit einer zarten physiognomischen Vignette beschwört – in den frühen sechziger Jahren an der FU in Berlin begegnet. Und bald darauf auf der ersten Reise ins gelobte Land Amerika, wo Taubes, der schon ein…
Hiobs Botschaft. Religion jenseits des Glaubens
In meinen letzten Schuljahren hat mich eine Faszination für kulturelle Wenden gepackt. Der Auslöser dieses Interesses mutet einigermaßen abgelegen an. In der Obertertia oder Untersekunda (wie es damals hieß) schlich ich mich an den entsprechenden Nachmittagen der Woche in die Universität, um der Vorlesung des Musikwissenschaftlers Thrasybulos Georgiades zu folgen, den ich hoch verehrte. Es ging um die Wende vom Barock zur Klassik, das heißt um di…
Aus dem Schweigen. Peter Ghosh kommentiert Max Weber
Peter Ghosh lässt sich kein N für ein R vormachen. Ein Satz aus Max Webers Brief vom 8. Februar 1897 an Werner Sombart, der in Webers Nachlass als maschinenschriftliche Abschrift mit Korrekturen von der Hand Marianne Webers erhalten ist, wird in der Max-Weber-Gesamtausgabe wie folgt wiedergegeben: «Ihr Relativismus muß Sie ferner – die Ansätze sind ja da – zum Nationalismus treiben, denn da Maximen der ‹Produktivität› doch gleich Maximen der ‹Bed…
Die übersetzten Götter. Ein Gespräch mit Elisabetta Colagrossi
Im Vorwort von Religio duplex sprechen Sie von den zwei Herkünften und akademischen Felderm die Sie produktiv miteinander ins Gespräch gebracht haben: Ihr ROlle als Ägyptologe und die als Kulturwissenschaftler. Woher rührt dieser kulturwissenachdrliche Grundimpuls in Ihren Fragestlellungen? Das kultuwissenschaftliche Interesse geht bei mir weit zurück, angeregt wohl vor allem durch meine Eltern, Architekten mit weitgespannten Interessen in Geschi…
«Soziale Wirklichkeit». Helmut Schelsky und die Tragödie einer regulativen Idee
Es war ein großes Palaver am Ufer, das den amerikanischen Ethnologen Daniel L. Everett aufweckte. Der ganze Stamm hatte sich versammelt und schnatterte erregt durcheinander. Immer wieder rief jemand etwas über den Fluss, ohne dass Everett bemerken konnte, an wen das gerichtet war. Als er die Umstehenden fragte, was denn los sei, erwiderten sie erstaunt, ob er den Geist am anderen Ufer nicht sehe. Everett konnte bei bestem Willen nichts entdecken,…
Gotteszorn und Apokalypse. Über den Ernstfall totaler Religionen
Hier soll grundsätzlich über das Verhältnis von Religion und Gewalt nachgedacht werden, auch wenn ich meine Beispiele weitgehend aus dem Alten Testament – dem Deuteronomium und den ersten beiden Makkabäerbüchern – beziehe. Mein Interesse an diesen Texten ist in keiner Weise religionskritisch, sondern ideengeschichtlich. Das Alte Testament ist nun einmal die älteste Quelle, in der uns die Idee, um die es mir hier geht, greifbar wird. Ich muss das …
«Der Tag war da
Es gehört zu den Denkgewohnheiten der bundesrepublikanischen Ideengeschichte, die Begriffskombination Frankfurt & Soziologie zuerst und immerzu mit der Frankfurter Schule Horkheimers und Adornos in Verbindung zu bringen. Lässt sich in dieser Verengung schon mit Blick auf die Frankfurter Nachkriegssoziologie nicht das Ergebnis einer gegenstandsgerechten Analyse erkennen, sondern das Prinzip der «Registraturmappe», die Ordnung, nicht aber Zusammenh…
Die Heidelberger Secession. Ernst Forsthoff und die «Ebracher Ferienseminare»
Zu den prägendsten Eigenarten der westdeutschen Universitäten der Nachkriegszeit zählt die Idee des «studium generale». Die allgemeine Bildung stand hoch im Kurs. An allen Universitäten wurden fächerübergreifende Kolloquien, Gesprächskreise und Arbeitsgruppen gegründet und 1947 auch eine Zeitschrift namens «Studium generale», die sich im Untertitel als «Zeitschrift für die Einheit der Wissenschaften» auswies. Aber dann kamen die fünfziger Jahre, …
Die Idee der Universität. Friedrich August Wolf und die Praxis des Seminars
Ein französischer, ein englischer und ein deutscher Intellektueller, so erzählt ein alter französischer Witz, sollen eine Studie über Universitäten schreiben. Der Franzose besucht für ein paar Stunden die nächstliegende Einrichtung, plaudert mit einigen Professoren, hört eine Vorlesung und beobachtet die Studenten; wieder zu Hause angekommen, verfasst er einen geistreichen Essay. Den Engländer packt die Reiselust, und über Jahre besucht er die Un…
«Amerika kennt keine Ruinen». Horst W. Jansons Amerikabild
Im Nachlass von William S. Heckscher (1904–1999), der sich heute im Warburg-Archiv des Kunstgeschichtlichen Seminars der Universität Hamburg befindet, wird das vom «6.10.1935» datierte Typoskript eines Essays aufbewahrt, das in Heckschers charakteristischer Handschrift gekennzeichnet ist: «Ms. von H. Janson. Amerika». Der Autor ist leicht zu identifizieren als Heckschers langjähriger Freund und Kunsthistoriker-Kollege Horst Woldemar Janson (1913–…
«One-Man Think Tank». Herman Kahn, oder wie man das Undenkbare denkt
Kaum jemand hat die Vorstellungen und Phantasien darüber, was und wie in Think Tanks gedacht wird, derart befl ügelt und öffentlich verkörpert wie der Militärstratege und Unternehmensberater, der Futurologe und Gründer des Hudson Institute, Herman Kahn (1922–1983). Jérôme Agel hat es deshalb unternommen, in einer suggestiven Montage aus Bildern und Texten die Mentalität einer ganzen Dekade als «Herman Kahnsciousness» zu charakterisieren. Kahn, de…
Sprechende Ware. Gefangenenfreikauf und Sklavenhandel im frühneuzeitlichen Mittelmeerraum
Am Freitag, den 8. Februar 1661, war Samuel Pepys, Sekretär im Marineministerium, in der Börse mit dem Holzhändler Mr. Warren verabredet, den er aber verpasste. «Statt dessen traf ich zahlreiche Schiffskommandanten, darunter die Kapitäne Cuttle, Curtis und Motham. Ging mit ihnen ins [Wirtshaus Zum Goldenen] Vlies und ließ mir bis um vier Uhr Geschichten von Algier und dem Leben der Sklaven dort erzählen. Vor allem Captain Motham und Mr. Dawes, di…
Merves Lachen
Peter Gente ist ausgestiegen. Der Gründer des Merve Verlags macht in Thailand Ferien für immer. Schon vor einigen Jahren begann das Ende von etwas, als die Verlegerin Heidi Paris freiwillig aus dem Leben schied. Zum Glück gibt es Nachfolger, die das operative Geschäft fortführen, und neue, zeitlos moderne Merve-Bändchen aus billigem Papier, die Titel wie Wörterbuch des Krieges und Allesdurchdringung tragen und deren Rücken beim Lesen mit trockene…
Schock, Abscheu, schickes Thema. Die Kulturwissenschaften und die Gewalt
Akademische Tagungsankündigungen: Frühjahr 1997, George Washington University – «Cultural Violence». Dezember 2000, Sektion am Deutschen Soziologentag in Berlin – «Kultivierungen von Gewalt». Sommer 2003, University of St. Andrews – «Culture, Violence, and Identity». Im September 2004 gab es in Oxford bereits die fünfte «Global Conference Cultures of Violence». Und an deutschsprachigen Pendants herrscht kein Mangel – zuletzt etwa die Tagung zur R…
Das Ende der Entfremdung
Gleich auf den ersten Seiten von The Great Chain of Being erklärt der amerikanische Ideenhistoriker Arthur O. Lovejoy seinen Lesern, warum sich die Ideengeschichte nicht für «ismen» interessiert. Ideologien seien «komplexe Gebilde», die erst zergliedert werden müßten, wolle man auf die «Elementarideen» stoßen. Sie aber sind nach Lovejoys Verständnis der eigentliche Gegenstand der Ideengeschichte. Die Elementarideen stellen die nicht weiter zerleg…
Die Idee der Universität. Friedrich August Wolf und die Praxis des Seminars
Ein französischer, ein englischer und ein deutscher Intellektueller, so erzählt ein alter französischer Witz, sollen eine Studie über Universitäten schreiben. Der Franzose besucht für ein paar Stunden die nächstliegende Einrichtung, plaudert mit einigen Professoren, hört eine Vorlesung und beobachtet die Studenten; wieder zu Hause angekommen, verfasst er einen geistreichen Essay. Den Engländer packt die Reiselust, und über Jahre besucht er die Un…
Das Ende der Entfremdung
Gleich auf den ersten Seiten von The Great Chain of Being erklärt der amerikanische Ideenhistoriker Arthur O. Lovejoy seinen Lesern, warum sich die Ideengeschichte nicht für «ismen» interessiert. Ideologien seien «komplexe Gebilde», die erst zergliedert werden müßten, wolle man auf die «Elementarideen» stoßen. Sie aber sind nach Lovejoys Verständnis der eigentliche Gegenstand der Ideengeschichte. Die Elementarideen stellen die nicht weiter zerleg…
Sprechende Ware. Gefangenenfreikauf und Sklavenhandel im frühneuzeitlichen Mittelmeerraum
Am Freitag, den 8. Februar 1661, war Samuel Pepys, Sekretär im Marineministerium, in der Börse mit dem Holzhändler Mr. Warren verabredet, den er aber verpasste. «Statt dessen traf ich zahlreiche Schiffskommandanten, darunter die Kapitäne Cuttle, Curtis und Motham. Ging mit ihnen ins [Wirtshaus Zum Goldenen] Vlies und ließ mir bis um vier Uhr Geschichten von Algier und dem Leben der Sklaven dort erzählen. Vor allem Captain Motham und Mr. Dawes, di…
Schock, Abscheu, schickes Thema. Die Kulturwissenschaften und die Gewalt
Akademische Tagungsankündigungen: Frühjahr 1997, George Washington University – «Cultural Violence». Dezember 2000, Sektion am Deutschen Soziologentag in Berlin – «Kultivierungen von Gewalt». Sommer 2003, University of St. Andrews – «Culture, Violence, and Identity». Im September 2004 gab es in Oxford bereits die fünfte «Global Conference Cultures of Violence». Und an deutschsprachigen Pendants herrscht kein Mangel – zuletzt etwa die Tagung zur R…
Das Ende der Entfremdung
Gleich auf den ersten Seiten von The Great Chain of Being erklärt der amerikanische Ideenhistoriker Arthur O. Lovejoy seinen Lesern, warum sich die Ideengeschichte nicht für «ismen» interessiert. Ideologien seien «komplexe Gebilde», die erst zergliedert werden müßten, wolle man auf die «Elementarideen» stoßen. Sie aber sind nach Lovejoys Verständnis der eigentliche Gegenstand der Ideengeschichte. Die Elementarideen stellen die nicht weiter zerleg…
Merves Lachen
Peter Gente ist ausgestiegen. Der Gründer des Merve Verlags macht in Thailand Ferien für immer. Schon vor einigen Jahren begann das Ende von etwas, als die Verlegerin Heidi Paris freiwillig aus dem Leben schied. Zum Glück gibt es Nachfolger, die das operative Geschäft fortführen, und neue, zeitlos moderne Merve-Bändchen aus billigem Papier, die Titel wie Wörterbuch des Krieges und Allesdurchdringung tragen und deren Rücken beim Lesen mit trockene…
«Amerika kennt keine Ruinen». Horst W. Jansons Amerikabild
Im Nachlass von William S. Heckscher (1904–1999), der sich heute im Warburg-Archiv des Kunstgeschichtlichen Seminars der Universität Hamburg befindet, wird das vom «6.10.1935» datierte Typoskript eines Essays aufbewahrt, das in Heckschers charakteristischer Handschrift gekennzeichnet ist: «Ms. von H. Janson. Amerika». Der Autor ist leicht zu identifizieren als Heckschers langjähriger Freund und Kunsthistoriker-Kollege Horst Woldemar Janson (1913–…
«One-Man Think Tank». Herman Kahn, oder wie man das Undenkbare denkt
Kaum jemand hat die Vorstellungen und Phantasien darüber, was und wie in Think Tanks gedacht wird, derart befl ügelt und öffentlich verkörpert wie der Militärstratege und Unternehmensberater, der Futurologe und Gründer des Hudson Institute, Herman Kahn (1922–1983). Jérôme Agel hat es deshalb unternommen, in einer suggestiven Montage aus Bildern und Texten die Mentalität einer ganzen Dekade als «Herman Kahnsciousness» zu charakterisieren. Kahn, de…
Sprechende Ware. Gefangenenfreikauf und Sklavenhandel im frühneuzeitlichen Mittelmeerraum
Am Freitag, den 8. Februar 1661, war Samuel Pepys, Sekretär im Marineministerium, in der Börse mit dem Holzhändler Mr. Warren verabredet, den er aber verpasste. «Statt dessen traf ich zahlreiche Schiffskommandanten, darunter die Kapitäne Cuttle, Curtis und Motham. Ging mit ihnen ins [Wirtshaus Zum Goldenen] Vlies und ließ mir bis um vier Uhr Geschichten von Algier und dem Leben der Sklaven dort erzählen. Vor allem Captain Motham und Mr. Dawes, di…
«Der Tag war da
Es gehört zu den Denkgewohnheiten der bundesrepublikanischen Ideengeschichte, die Begriffskombination Frankfurt & Soziologie zuerst und immerzu mit der Frankfurter Schule Horkheimers und Adornos in Verbindung zu bringen. Lässt sich in dieser Verengung schon mit Blick auf die Frankfurter Nachkriegssoziologie nicht das Ergebnis einer gegenstandsgerechten Analyse erkennen, sondern das Prinzip der «Registraturmappe», die Ordnung, nicht aber Zusammenh…
Die Heidelberger Secession. Ernst Forsthoff und die «Ebracher Ferienseminare»
Zu den prägendsten Eigenarten der westdeutschen Universitäten der Nachkriegszeit zählt die Idee des «studium generale». Die allgemeine Bildung stand hoch im Kurs. An allen Universitäten wurden fächerübergreifende Kolloquien, Gesprächskreise und Arbeitsgruppen gegründet und 1947 auch eine Zeitschrift namens «Studium generale», die sich im Untertitel als «Zeitschrift für die Einheit der Wissenschaften» auswies. Aber dann kamen die fünfziger Jahre, …
Die Idee der Universität. Friedrich August Wolf und die Praxis des Seminars
Ein französischer, ein englischer und ein deutscher Intellektueller, so erzählt ein alter französischer Witz, sollen eine Studie über Universitäten schreiben. Der Franzose besucht für ein paar Stunden die nächstliegende Einrichtung, plaudert mit einigen Professoren, hört eine Vorlesung und beobachtet die Studenten; wieder zu Hause angekommen, verfasst er einen geistreichen Essay. Den Engländer packt die Reiselust, und über Jahre besucht er die Un…
Gotteszorn und Apokalypse. Über den Ernstfall totaler Religionen
Hier soll grundsätzlich über das Verhältnis von Religion und Gewalt nachgedacht werden, auch wenn ich meine Beispiele weitgehend aus dem Alten Testament – dem Deuteronomium und den ersten beiden Makkabäerbüchern – beziehe. Mein Interesse an diesen Texten ist in keiner Weise religionskritisch, sondern ideengeschichtlich. Das Alte Testament ist nun einmal die älteste Quelle, in der uns die Idee, um die es mir hier geht, greifbar wird. Ich muss das …
«Soziale Wirklichkeit». Helmut Schelsky und die Tragödie einer regulativen Idee
Es war ein großes Palaver am Ufer, das den amerikanischen Ethnologen Daniel L. Everett aufweckte. Der ganze Stamm hatte sich versammelt und schnatterte erregt durcheinander. Immer wieder rief jemand etwas über den Fluss, ohne dass Everett bemerken konnte, an wen das gerichtet war. Als er die Umstehenden fragte, was denn los sei, erwiderten sie erstaunt, ob er den Geist am anderen Ufer nicht sehe. Everett konnte bei bestem Willen nichts entdecken,…
Aus dem Schweigen. Peter Ghosh kommentiert Max Weber
Peter Ghosh lässt sich kein N für ein R vormachen. Ein Satz aus Max Webers Brief vom 8. Februar 1897 an Werner Sombart, der in Webers Nachlass als maschinenschriftliche Abschrift mit Korrekturen von der Hand Marianne Webers erhalten ist, wird in der Max-Weber-Gesamtausgabe wie folgt wiedergegeben: «Ihr Relativismus muß Sie ferner – die Ansätze sind ja da – zum Nationalismus treiben, denn da Maximen der ‹Produktivität› doch gleich Maximen der ‹Bed…
Die übersetzten Götter. Ein Gespräch mit Elisabetta Colagrossi
Im Vorwort von Religio duplex sprechen Sie von den zwei Herkünften und akademischen Felderm die Sie produktiv miteinander ins Gespräch gebracht haben: Ihr ROlle als Ägyptologe und die als Kulturwissenschaftler. Woher rührt dieser kulturwissenachdrliche Grundimpuls in Ihren Fragestlellungen? Das kultuwissenschaftliche Interesse geht bei mir weit zurück, angeregt wohl vor allem durch meine Eltern, Architekten mit weitgespannten Interessen in Geschi…
Hiobs Botschaft. Religion jenseits des Glaubens
In meinen letzten Schuljahren hat mich eine Faszination für kulturelle Wenden gepackt. Der Auslöser dieses Interesses mutet einigermaßen abgelegen an. In der Obertertia oder Untersekunda (wie es damals hieß) schlich ich mich an den entsprechenden Nachmittagen der Woche in die Universität, um der Vorlesung des Musikwissenschaftlers Thrasybulos Georgiades zu folgen, den ich hoch verehrte. Es ging um die Wende vom Barock zur Klassik, das heißt um di…
War Jacob Taubes ein Scharlatan
Seine großen, dunklen Augen ruhten niemals auf einem Ding. Immer war ein Flackern in ihnen, dem oft eine Bewegung um einen verletzlichen Mund entsprach.» Dieter Henrich war diesem «Flackern» – das er in seinem Nachruf auf Jacob Taubes (1923–1987) mit einer zarten physiognomischen Vignette beschwört – in den frühen sechziger Jahren an der FU in Berlin begegnet. Und bald darauf auf der ersten Reise ins gelobte Land Amerika, wo Taubes, der schon ein…