Religiöse Gendernormen, Identität und Repräsentation. Für eine Kritische Theorie von Religion und Geschlechterverhältnissen
Bibliographic Data
| ID | 13121244 |
|---|---|
| Authors | Petra Klug (0000-0002-1572-0372, University of Bremen, corresponding author) |
| Year | 2025 |
| Publication date | 2025-07-15 |
| Open Access | Yes |
| Type | ARTICLE |
| Venue | Zeitschrift für Religion Gesellschaft und Politik (JOURNAL) |
| Journal identifiers | ISSN: 2510-1226 • E-ISSN: 2510-1218 |
| Publisher | Springer VS (PUBLISHER • DE) |
| DOI | 10.1007/s41682-025-00220-y |
| OpenAlex | W4412456757 |
| Language | DE |
| References cited | 20 |
Religiöse Gendernormen zählen zu den zentralen Faktoren für die Aufrechterhaltung patriarchaler Geschlechterverhältnisse. Ihre Kritik war daher ein wesentlicher Bestandteil des radikalen Feminismus. Mit der zunehmenden Vermischung religiöser und sozialwissenschaftlicher Perspektiven sowie durch die postmoderne Identitätspolitik wird Religion in der Analyse jedoch häufig auf einen Aspekt von Identität reduziert. Der Artikel plädiert hingegen für eine Kritische Theorie von Religion und Geschlechterordnung, die Geschlechterverhältnisse als Ergebnis einer Dialektik zwischen ökonomischen und religiösen Faktoren begreift. Ein solcher gesellschaftstheoretischer Ansatz muss die normierende Funktion von Religion systematisch herausarbeiten und in die Analyse integrieren. Dazu werden zentrale Elemente benannt, die eine solche Theorie enthalten müsste, und entlang verschiedener Lebensphasen konkretisiert: etwa die Definition und Einschreibung in religiöse Kollektive, religiös normierte Bildung und Arbeitsteilung, die Trennung von öffentlicher und privater Sphäre, Bekleidungs- und Bedeckungsvorschriften, die religiöse Normierung von Sexualität und Reproduktion, kodifizierte Regeln zu Heirat, Scheidung und Sorgerecht, Unterschiede beim Sterben und Erben sowie selektive Formen religiöser Erinnerung und Geschichtsschreibung. Der Artikel basiert auf einem empirischen Forschungsprojekt zu den Intersektionen von Religion, Gender und Recht, im Rahmen dessen unter anderem Expert:inneninterviews in neun europäischen Ländern und verschiedenen Religionsgemeinschaften durchgeführt wurden. Darauf aufbauend werden neue theoretische Überlegungen zu Vulnerabilität und Visibilität in Gewaltverhältnissen entwickelt – insbesondere im Hinblick auf bestehende Leerstellen in der Repräsentation von Gewaltopfern
Sociology · Historical Gender and Feminism Studies · Philosophy · Religion and Society Interactions · Religion, Theology, History, Judaism, Christianity
| Highly cited | No |
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