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Die Legitimation von Entmenschlichung, Misogynie und Gewalt im Hinduismus

Bibliographic Data

ID21588535
AuthorsFabian Völker (0000-0003-1897-7859, Institut für Interkulturelle Religionsphilosophie, Katholisch-Theologische Fakultät , Universität Wien , Schenkenstraße 8–10, 5. Stock ; 1010 Wien Austria, corresponding author)
Year2023
Volume31
Issue1
Pages30-70
Publication date2023-06-05
Open AccessYes
TypeARTICLE
VenueZeitschrift für Religionswissenschaft (JOURNAL)
Journal identifiersISSN: 0943-8610 • E-ISSN: 2194-508X
PublisherWalter de Gruyter GmbH (PUBLISHER • DE)
DOI10.1515/zfr-2023-0006
OpenAlexW4380089049
LanguageDE
Citations received1
References cited19

Seit Jahren steigt in Indien die Anzahl der spezifisch gegenüber Frauen, hierarchisch tieferstehenden Geburts- ( varṇa ) und Berufsgruppen ( jāti ) sowie Kastenlosen ( dalits ; scheduled castes ) und indigenen Gemeinschaften ( ādivāsī ; scheduled tribes ) angezeigten Gewalttaten kontinuierlich an. Diese Gewaltakte und Tötungsdelikte sind aufgrund ihrer Qualität und vor allem aufgrund ihrer quantitativen Größenordnung als systemisch anzusehen. Dass sie in dieser Form noch immer ein akutes Gegenwartsproblem von allerhöchster sozialer und politischer Brisanz im vordergründig säkularisierten Indien darstellen, legt einen gesamtgesellschaftlichen Konsens über deren grundsätzliche Rechtmäßigkeit nahe, der sich anhand tradierter Normen- und Wertvorstellungen sowie prämoderner Denk- und Handlungsmuster legitimiert, die auf traditionell hinduistischen Ideen basieren. Dabei kann der politische Aufstieg der nationalreligiös argumentierenden und agitierenden „Indischen Volkspartei“ (BJP: Bhāratīya Janatā Pārṭī ) sowie ihr politisch forcierter Rückgriff auf den Hinduismus als einzelner, aber dennoch entscheidender Einflussfaktor gesehen werden, der die anhaltende Verschärfung innergesellschaftlicher Gegensätze und die kontinuierliche Intensivierung der Gewaltdynamiken ursächlich zu erklären vermag. Um diese Zusammenhänge zu beleuchten, vollzieht der Beitrag die ideengeschichtlichen Grundlagen religiös legitimierter Entmenschlichung und Gewalt sowie latenter wie offener Misogynie im Hinduismus von seinen vedischen Ursprüngen im 2. vorchristlichen Jahrtausend bis zur Gegenwart nach

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