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Konstruktion von Geschlecht

Bibliographic Data

ID20041133
AuthorsBrigitte Riegraf (corresponding author)
Year2010
Pages59-77
Publication date2010-01-01
Peer ReviewedYes
Open AccessNo
TypeCHAPTER
VenueSoziologische Geschlechterforschung (SOURCE_BOOK)
PublisherVS Verlag für Sozialwissenschaften (PUBLISHER • DE)
DOI10.1007/978-3-531-92045-0_4
OpenAlexW129743374
ISBN9783531920450
LanguageEN
Citations received8

„Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es“ (Beauvoir 1992: 334) - so lautet der wohl am häufigsten zitierte Satz in der traditionsreichen Diskussion zur sozialen Konstruktion von Geschlecht (Degele 2008: 66). Mit der Betonung des „gemacht werden“ und des „Gewordensein“ der Geschlechter formuliert Simone de Beauvoir bereits früh den entscheidenden Gedanken in der Debatte. Die Erkenntnis, dass „Mann“ und „Frau“ nicht einfach biologische Tatsachen abbilden, sondern Geschlechter in sozialen Prozessen hergestellt werden, eint sehr unterschiedliche theoretische und empirische Entwürfe aus der ethnomethodologisch, wissenssoziologisch, diskursanalytisch oder dekonstruktivistisch orientierten Geschlechterforschung (vgl. Becker/Kortendiek 2004). Charaktereigenschaften und Kompetenzen, wie Emotionalität, Durchsetzungsfähigkeit oder Kommunikationsfahigkeit, aber auch, wie in einem weiteren Schritt ausgearbeitet wurde, körperliche Merkmale, wie Chromosomen, Hormone oder Behaarungen zeichnen demnach aus sich heraus kein natürliches, trennscharfes und polarisiertes Bild der Zweigeschlechtlichkeit (vgl. auch: Kap. 7). Vielmehr stellten sich die sozialen, kulturellen und körperlichen Erscheinungsformen als wesentlich variantenreicher dar, als dies in einem Zweigeschlechtsmodel1 abgebildet sei. Mit dem Schein der Natürlichkeit versehen wird das System der Zweigeschlechtlichkeit im Alltag allerdings als unhinterfragbar gesetzt (Hagemann- White 1984: 77). Oder anders formuliert: Geschlecht wird als durch und durch kulturell und historisch wandelbares Klassifikationssystem betrachtet, als eine sozial und gesellschaftlich folgenreiche Unterscheidung. Gesellschaftsmitglieder haben demnach ihr Geschlecht nicht durch die Geburt lebenslang und selbstverständlich erworben, sondern sie stellen Geschlechtlichkeit über voraussetmngsvolle Handlungen beständig her. Die Vorstellung von der Natur der Zweigeschlechtlichkeit strukturiert demnach die Alltagssituationen von Gesellschaftsmitgliedern in einem ganz grundlegenden Sinne und die Geschlechtsunterscheidungen werden über symbolische und institutionelle Arrangements abgesichert (vgl. bspw. Treibel 2006)

Art · Humanities · European history and politics · Historical Gender and Feminism Studies · Philosophy · Sociology and Education Studies

  • Systemtheorie

    Ursula Pasero•Handbuch Frauen- und Geschlechterfo…•2004

  • Wahrnehmung — ein Forschungsprogramm für Gender Studies

    Ursula Pasero•1999

  • Doing Gender

    Regine Gildemeister•Handbuch Frauen- und Geschlechterfo…•2004

  • Relevanz, Kontext und Kontingenz

    Sylvia Marlene Wilz•Organisationen und Netzwerke•2004

  • Subversion despite contingency? Judith butler's concept of a radical democratic movement from a system theory perspective

    Christine Weinbach•International Review of Sociology•1997

  • The Body of Gender Difference

    Open Access•Gesa Lindemann•European Journal of Women s Studies•1996

  • Soziologische Geschlechterforschung

    Open Access•Brigitte Aulenbacher, Birgitt Riegraf et al.•Soziologische Geschlechterforschung•2010

  • Mädchenfreundschaften in der Adoleszenz

    Open Access•Eva Breitenbach•Mädchenfreundschaften in der…•2000

Unique citing works8
Citations per year0,27
Citation span1996 - 2010 (15)
Citation velocityhistorical
Highly citedNo
Citation typesNeutral: 8

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