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Sekundärpatriarchalismus

Patriarchat in Industriegesellschaften

Bibliographic Data

ID20067525
AuthorsUrsula Beer (corresponding author)
Year2004
Pages56-61
Publication date2004-01-01
Open AccessNo
TypeCHAPTER
VenueHandbuch Frauen- und Geschlechterforschung (SOURCE_BOOK)
PublisherVS Verlag für Sozialwissenschaften (PUBLISHER • DE)
DOI10.1007/978-3-322-99461-5_7
OpenAlexW4247706620
ISBN9783322994615
LanguageEN
Citations received3

Das feministische Konzept des Sekundärpatriarchalismus (vgl. Beer 1990, Beer/Chalupsky 1993) liefert eine analytische Begründung für die letztlich erstaunliche Durchschlagskraft und Zählebigkeit geschlechtsspezifischer Arbeitsteilungen. Die Geschlechtsspezifik in der primären Zuweisung von entgeltlicher und unentgeltlicher Arbeit an jeweils eines der beiden Geschlechter (vgl. Beer 1984) hat zur Folge, dass Frauen, die diesem Modell voll entsprechen, als „Lohn“ für ihre Arbeit allenfalls auf „Liebe“ rechnen dürfen (Bock/Duden 1977), verknüpft mit ehelichfamilialem Unterhalt und abgeleiteten Ansprüchen an die Systeme der sozialen Sicherheit (vgl. Ostner 1995). Die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung, die Frauen vorrangig auf unentgeltliche Arbeit in der Familie festlegt, entbindet diese jedoch keineswegs vom Zwang zur Aufnahme von Erwerbsarbeit, wenn die familiale Existenzsicherung das erfordert. Frauen befinden sich damit von vornherein im Nachteil gegenüber Männern, denn auf diese Weise wird ihnen der Zugang zu einer hochbedeutsamen gesellschaftlichen Ressource verwehrt oder erschwert: Geld als Medium einer Tausch- und Warengesellschaft. Wer nicht über Vermögenswerte verfügt und sie zum Lebensunterhalt einsetzen kann, muss ihre oder seine Existenz mit der Aufnahme und Ausübung von Erwerbsarbeit sicher stellen. Auch Arbeitskraft, das wissen wir seit Marx, ist eine Ware. Diese Ware „Arbeitskraft“ ist zunächst bar aller Geschlechtsspezifik. Und doch scheint die industriegesellschaftliche Ungleichheit der Geschlechter die Werthaltigkeit der weiblichen Arbeitskraft erheblich zu mindern, denn Frauenarbeit wird auf dem Markt schlechter bezahlt als diejenige der Männer. Die uns interessierende Frage lautet infolgedessen: Wie vollzieht sich die berufliche Schlechterstellung von Frauen, sobald sie Zugang zum Markt durch die Verwertung ihres Arbeitsvermögens erhalten

Gynecology · Humanities · Economic and Social Issues · Medicine · Philosophy · Sociology and Education Studies

  • Geschlechterverhältnisse und Wirtschaft

    Maria Funder•Handbuch der Wirtschaftssoziologie•2008

  • Feministische- und Geschlechtertheorien

    Paula-Irene Villa•Handbuch Geschlechterforschung…•2012

  • Geschlecht

    Mechthild Bereswill•Handbuch Soziologie•2008

Citations per year0.17
Citation span2008 - 2012 (5)
Highly citedNo

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