Irritationen — zur Pädagogik der Talkshow
Bibliographic Data
| ID | 20074035 |
|---|---|
| Authors | Jochen Kade (corresponding author) |
| Year | 1999 |
| Pages | 151-181 |
| Publication date | 1999-01-01 |
| Peer Reviewed | Yes |
| Open Access | No |
| Type | CHAPTER |
| Venue | Medien-Generation (SOURCE_BOOK) |
| Publisher | VS Verlag für Sozialwissenschaften (PUBLISHER • DE) |
| DOI | 10.1007/978-3-322-93349-2_10 |
| OpenAlex | W124394586 |
| ISBN | 9783322933492 |
| Language | DE |
| Citations received | 2 |
| References cited | 8 |
Pädagogisches Selbstverständnis und erziehungswissenschaftliches Denken orientieren sich vor allem an Konzepten von Freiheit, Gleichheit und Emanzipation, von Bildung, Erziehung und Wissensvermittlung. Diese Konzepte setzen zwar Nicht-Wissen, Unbildung, ja das Chaos, das Abgründige des Subjekts voraus, aber sofern sie es selber zum Thema machen, dann nur als negativen zu überwindenden, eben als (Übergangs-)Zustand. Sie hängen dem „Ideal der moralisch engen Räume an, die sich von einer vorgegebenen, einheitlichen Moral kontrollieren lassen“ (Oelkers 1997, S. 244). Diese Sichtweise wird indes gegenwärtig vielerorts in Frage gestellt. Dabei wird von dem an linearen Fortschrittsmodellen orientiertem Freiheits-, Gleichheits- und Emanzipationsdiskurs der 70er Jahre auf einen Diskurs übergegangen, in dem Nicht-Wissen, Ungewißheit, Unsicherheit, Kontingenz, Risiko nicht nur als Voraussetzungen, als mitlaufende Denkfiguren und pädagogisch zu lösende Probleme in den Blick kommen, sondern als zentraler erziehungswissenschaftlicher Gegenstand und als Ressource von Bildungsprozessen. Denn die gesellschaftliche Institution Pädagogik und die Bildung ihrer Adressaten könne man nicht ausreichend begreifen, wenn man sie nur unter dem Gesichtspunkt von Wissen und Sicherheit, nicht (auch) unter dem Gesichtspunkt des Umgangs mit Ungewißheit und Unsicherheit beschreibe (vgl. als eine maßgebliche gesellschaftstheoretische Hintergrundtheorie Beck 1996). Empirisch geht diese theoretische Akzentverschiebung mit einem verstärkten Interesse für pädagogisch strukturierte soziale Realitäten außerhalb pädagogischer Institutionen und jenseits pädagogischer Zuständigkeiten einher. Die pädagogischen Räume seien „entgrenzt worden und damit (sind) durchschnittliche Lernprozesse an viele Orte und zugleich prägende und (im Orig. gesperrt, J. K.) diffuse Situationen gebunden“ (Oelkers 1997, S. 264). Es kommen daher im Kontext der These der Entgrenzung des Pädagogischen und der Universalisierung pädagogischer Denkfiguren und Handlungsmuster (vgl. Lüders / Kade / Hornstein 1996; Kade 1997a) (auch) pädagogische Realitäten in den Blick, die aus der Sicht des herrschenden Theoriediskurses, der pädagogisch hoch stilisierte Konzepte favorisiert, als unreine, man könnte in Anlehnung an einen Essay von Christian Enzensberger aus den späten 60er Jahren (Enzensberger 1968) sagen, nicht als schwarze, sondern als „schmutzige Pädagogik“ erscheinen
Humanities · Political science · German legal, social, and political studies · Linguistic Education and Pedagogy · Philosophy · Sociology and Education Studies
| Unique citing works | 2 |
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| Citations per year | 0,07 |
| Citation span | 1999 - 2003 (5) |
| Citation velocity | historical |
| Highly cited | No |
| Citation types | Neutral: 2 |