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Zur Frage der Wiederholung von Scherzo und Trio in Beethovens fünfter Sinfonie

Bibliographic Data

ID20439126
AuthorsEgon Voss (corresponding author)
Year1980
Volume33
Issue2
Pages195-199
Publication date1980-06-15
Open AccessYes
TypeARTICLE
VenueDie Musikforschung (JOURNAL)
Journal identifiersISSN: 0027-4801
PublisherSachsische Landesbibliothek, Staats- und Universitatsbibliothek Dresden (PUBLISHER)
DOI10.52412/mf.1980.h2.1682
OpenAlexW161049626
LanguageDE

Wie selbstverstandlich wird der dritte Satz von Beethovens funfter Sinfonie uberall so gespielt, das nach dem Trio statt eines getreuen Dacapos des Scherzos sogleich dessen codahaft veranderte und verkurzte Wiederaufnahme mit ihrer Vorbereitung des Ubergangs zum Finale folgt1. Die ubliche Menuettoder Scherzoform, A-B-A, mit ihrer tongetreuen Wiederholung des A-Teils wird also nicht voll realisiert. So ungewohnlich das ist, so anstandslos wird es gemeinhin hingenommen. Dabei zeigt doch ein Blick ins Autograph der Partitur, das Beethoven wenn auch vielleicht nicht von Anfang an beabsichtigt hat, nach dem Trio sowohl das Scherzo als auch das Trio zu wiederholen und erst an diese Rekapitulation das anzuschliesen, was heute ublicherweise schon dem ersten Vortrag des Trios folgt. Auf diesen Tatbestand nachdrucklich hingewiesen zu haben, ist das Verdienst der Arbeit Quellenstudien und satztechnische Untersuchungen zum dritten Satz aus Beethovens c-moll-Sinfonie2 von Claus Canisius. Der Autor verficht freilich auch die These, das die Wiederholung von Scherzo und Trio Beethovens endgultiger Wille gewesen sei, den man bis heute permanent misachtet habe. Wenn feststeht, das Beethoven die Wiederholung von Scherzo und Trio beabsichtigt hat und am entsprechenden Befund in der autographen Partitur gibt es nicht den geringsten Zweifel -, dann stellt sich die Frage, wie es moglich war, das Beethovens Absicht so grundlich verkannt worden ist. Die Antwort, die Canisius darauf gibt, ist falsch, da sie von einer Voraussetzung ausgeht, die ganzlich unwahrscheinlich ist. Canisius halt ein „Versehen beim Notenstich3, namlich das „Ubersehen der Wiederholungsanweisungen durch den Notenstecher4, fur den Grund, warum Beethovens Intention unbekannt blieb. Der Gedanke an einen Stichfehler liegt nahe, weil im Erstdruck zwischen den Takten 237 und 238 zwei zusatzliche Takte stehen, die sich hat man Beethovens Wiederholungsabsicht vor Augen unmisverstandlich als primavo/ta-Takte zu erkennen geben, und die mit den Takten 2 und 3 des Scherzos identisch sind

Art · Humanities · Bach Studies and Logistics Development · Music Technology and Sound Studies · Musicology and Musical Analysis · Philosophy

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