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Covid-19 als Chance für den Frieden

Ernüchternde Erfahrungen aus Kolumbien und Syrien

Bibliographic Data

ID22020046
AuthorsAndré Bank (0009-0007-9085-2897, German Institute for Global and Area Studies, corresponding author), Sabine Kurtenbach (0000-0001-8246-3233, German Institute for Global and Area Studies)
Year2020
Volume9
Issue2
Pages403-415
Publication date2020-10-01
Peer ReviewedYes
Open AccessYes
TypeARTICLE
VenueZeitschrift für Friedens- und Konfliktforschung (JOURNAL)
Journal identifiersISSN: 2192-1741 • E-ISSN: 2524-6976
PublisherSpringer Science and Business Media LLC (PUBLISHER)
DOI10.1007/s42597-020-00044-y
PMID40477311
OpenAlexW3096960491
LanguageDE
References cited6

Ende März 2020 rief UN-Generalsekretär Guterres angesichts der Bedrohung durch die Covid-19-Pandemie dazu auf, weltweit die Waffen ruhen zu lassen. Obwohl diese Initiative von 171 Regierungen begrüßt wurde, ist es nicht einmal kurzfristig zu einer umfassenden Gewaltreduktion in zentralen Konfliktgebieten gekommen. Der vorliegende Beitrag untersucht die Auswirkungen der Corona-Pandemie in zwei regional wie global bedeutsamen Konfliktländern, Kolumbien mit seiner fragilen Befriedung und Syrien mit einem militärisch fast entschiedenen Krieg. Er fragt, wie die Corona-Krise die Dynamiken von Gewalt und Frieden nach bzw. am Ende von Bürgerkriegen beeinflusst. Kolumbien gilt weltweit als Beispiel dafür, dass umfassende Friedensabkommen auch in komplexen Konflikten möglich sind. Trotzdem ist der kurzfristige, friedenspolitische Trend in Zeiten der Pandemie bestenfalls ambivalent: Zwar hat die absolute Zahl der Morde abgenommen, MenschenrechtsverteidigerInnen und demobilisierte Ex-KombattantInnen bleiben jedoch bevorzugte Gewaltopfer, die Zahl der Massaker hat wieder zugenommen. Die noch aktive Guerillagruppe Ejército de Liberación Nacional (ELN) verkündete zunächst einen einseitigen Waffenstillstand, beendete diesen aber Ende April. Auch in Syrien sind die Auswirkungen der Pandemie auf die Konfliktdynamik widersprüchlich bis negativ: In der letzten Rebellenhochburg Idlib hat Covid-19 zwar indirekt dazu beigetragen, die russisch-türkische Waffenruhe vom März 2020 über mehrere Monate zu stabilisieren. Im Nordosten Syriens, der teils von der Türkei, teils von den kurdisch dominierten Syrian Democratic Forces (SDF) kontrolliert wird, hat sich die humanitäre Lage hingegen seit Beginn der Pandemie deutlich verschlechtert, da das Assad-Regime die internationale Hilfe nicht in das verfeindete Gebiet weiterleitet. Trotz diverser Unterschiede zwischen Kolumbien und Syrien nutzen die jeweiligen Regierungen die mit der Ausbreitung des Virus verbundenen Krisen vor Ort, um ihre politischen Agenden gewaltsam zu festigen. In einem größerem Kontext zeigen die Erfahrungen in beiden Ländern, dass Covid-19 lokal weniger als „game changer“ denn als Verstärker und Beschleuniger von Dynamiken wirkt, die bereits vor Ausbruch der Pandemie bestanden hatten

2019-20 coronavirus outbreak · Art · Biology · Humanities · Political science · Conflict, Peace, and Violence in Colombia · Crime, Illicit Activities, and Governance · Global Security and Public Health · Medicine · Virology

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Citation velocityhistorical
Highly citedNo

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