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Neutralität und neutraler Unterricht?“

Einsichten und weiterführende Überlegungen zum religionskundlichen bzw. religionsbezogenen Unterricht vor dem Hintergrund des Zürcher Forschungsprojekts „Models of Religious Education and the Topic of Islam“ (More)

Bibliographic Data

ID22091982
AuthorsThomas Schlag (0000-0002-3269-7493, Triemli Hospital), Rafaela Estermann (St.Gallen University of Teacher Education)
Year2025
Issue13
Pages12-30
Publication date2025-12-31
Peer ReviewedYes
Open AccessYes
TypeARTICLE
VenueZeitschrift für Religionskunde (JOURNAL)
Journal identifiersISSN: 2297-6469 • E-ISSN: 2297-6469
PublisherCantonal and University Library Fribourg (PUBLISHER)
DOI10.26034/fr.zfrk.2025.7698
OpenAlexW7160382223
LanguageEN

„Neutralität“ stellt eine zentrale Rolle im rechtlichen, kulturellen und politischen Selbstverständnis der Schweiz dar und hat insofern auch Implikationen für die schulische Bildung sowie den religionskundlichen bzw. religionsbezogenen Unterricht. Der Artikel untersucht die Bedeutung und Herausforderungen des Neutralitätsprinzips für diesen Unterricht vor dem Hintergrund der empirischen Zürcher Studie „Models of Religious Education and the Topic of Islam“ (MORE). Die Analyse von insgesamt 12 Interviews mit Lehrpersonen zeigt, dass die interviewten Lehrpersonen Neutralität oft mit persönlicher Nicht-Religiosität gleichsetzen, was im Einzelfall zu impliziten Wertungen und einer unbewussten Hierarchisierung von Nicht-Religiosität und Religiosität führt. Für die praktische Umsetzung der Neutralität streben die befragten Lehrpersonen eine „Auslegeordnung“ an, die Religionen als gleichwertig präsentiert. Doch gerade diese angestrebte Neutralität kann sich dann als ambivalent zeigen, wenn etwa bestimmte Präferenzen für „liberale“ Religionsformen eingenommen werden, während einzelne Religionen – eben stark auch „der Islam“ – und bestimmte „strenggläubige“ Praktiken oft kritisch beurteilt werden, weil sie diese implizite Bewertung verschleiert. In bildungstheoretischer Hinsicht wird in diesem Beitrag argumentiert, dass Neutralität nicht als passive Haltung, sondern als aktive, reflektierte Position zu verstehen ist. Eine solche „aktive Neutralität“ verlangt von Lehrpersonen, ihre eigene weltanschauliche Haltung bewusst zu reflektieren und transparent zu machen. Dies soll dazu beitragen, einen religionssensiblen und dialogischen Unterricht zu gestalten, der die Glaubensfreiheit der Schüler:innen respektiert. Der Artikel plädiert daher für eine tiefere Auseinandersetzung mit dem Neutralitätsbegriff sowohl in der unterrichtlichen Praxis wie auch in der Lehrpersonenausbildung

Ambivalence · Private life · Streaking · Verstehen · German legal, social, and political studies · Religion, Theology, and Education · Religious Education and Schools

Citation velocityhistorical
Highly citedNo

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