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Körperliche Un-Fertigkeiten

Ballett als unendliche Perfektion

Bibliographic Data

ID23213743
AuthorsSophie Merit Müller (0000-0001-5892-0609), Sophie Müller (0009-0005-7923-1489, corresponding author)
Year2016
Publication date2016-01-01
Open AccessNo
TypeBOOK
VenueKörperliche Un-Fertigkeiten (SOURCE_BOOK)
PublisherVelbrück Wissenschaft (PUBLISHER)
DOI10.5771/9783845280943
OpenAlexW2553633450
ISBN9783845280943
LanguageEN
Citations received6

Übung macht bekanntlich den Meister. Was aber, wenn ein Tun als zu perfektionierende Kunst aufgebaut wird, so dass das Üben nie in ein definitives Können mündet? Wenn dieselbe Pirouette, so glänzend sie auf der Bühne erscheint, im Training doch immer unvollkommen bleibt? Diese Ethnografie erkundet das Üben als einen grundlegenden Aspekt aller menschlicher Praxis am Fall des klassischen Balletts, wo es sozial ausdifferenziert, dramatisiert und als ewig unvollendet entgrenzt wird. Ein Körper erfährt in Ballettstunden eine tiefgreifende Rekonfiguration: Indem es um Tun als zu übende Fertigkeiten geht, wird ein Körper hier als unfertig auffällig. Dabei wird er zu einem kulturellen Artefakt gemacht, der einerseits auf der Folie anatomischen Wissens in eine Schar eigenwilliger Muskeln zergliedert, andererseits als ästhetische Form, musikalischer Resonanzraum und Medium eines sich ausdrückenden Tänzers aufgerufen wird. Diese widerstrebenden Korporealitäten gilt es tänzerisch zusammenzuhalten. Dem kunstfertigen Ballettkörper liegt eine komplex verteilte Körperlichkeit zugrunde. Die Autorin verfolgt an ihrem eigenen Körper von der Ballettstange aus die Praktiken der Perfektionierung, um den Erwerb praktischen Wissens mikrosoziologisch aufzuschließen. Entlang der Frage, wie Fertigkeiten als solche relevant gemacht, aufgeführt und anerkannt werden, rekonstruiert das Buch die Bedingungen für Körper als kompetente Einheiten, wie sie tanzend auf den Theaterbühnen, aber auch im Alltag und in manch soziologischer Theorie erscheinen. Der empirische Fall gibt Antworten auf grundlegende Fragen der Praxistheorie: Woraus besteht ein ›Können‹? Und was passiert mit Körpern, wenn sich Personen Fertigkeiten aneignen?

Art · Humanities · European history and politics · German Social Sciences and History · Historical Gender and Feminism Studies · Philosophy

  • Beyond the Body’s Skin. Describing the Embodiment of Practices

    Open Access•Sophie Merit Müller, Sophie Müller•Methodological Reflections on…•2017

  • Etablierte Außenseiter_innen. Zur Sozialfigur des ‚Homo Ethnographicus‘ in der gegenwärtigen US-amerikanischen Soziologie

    Debora Niermann•Zeitschrift für Soziologie•2021

  • Bedingte Un/Verfügbarkeit. Zur Kritik des praxeologischen Körpers

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  • Qualitativ forschen in, mit und durch Kunst? Ethnografische Explorationen in grenzverschiebenden Feldern

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  • Doing ethnomethodological ethnography. Moving between autoethnography and the phenomenon in 'hybrid studies' of taiji, ballet, and yoga

    Open Access•Clemens Eisenmann, Robert W Mitchell et al.•Qualitative Research•2024

  • Becoming the Phenomenon? An Alternative Approach to Reflexivity in Ethnography

    Open Access•Sophie Merit Müller, Sophie Müller•Qualitative Inquiry•2016

Unique citing works6
Citations per year0,6
Citation span2016 - 2024 (9)
Citation velocityrecent
Highly citedNo
Citation typesNeutral: 6

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Ethnos_APP • Open Source Project • MIT License • Frontend v2.0.0 • Privacy and Cookies • API Documentation: api.ethnos.app/docs • API Source Code: GitHub • DOI: 10.5281/zenodo.17049435 • Frontend Source Code: GitHub • DOI: 10.5281/zenodo.17050053 • cruz.rio.br • Expectantes Misericordiae