Die Pflegende-Patienten-Beziehung. Ergebnisse einer Untersuchung zur Beziehung zwischen Patienten und beruflich Pflegenden im Krankenhaus
Bibliographic Data
| ID | 23236389 |
|---|---|
| Authors | Martin Pohlmann (Fachhochschule Osnabrück, Studiengang Pflegewissenschaft, Osnabrück Universität Witten-Herdecke, Institut für Pflegewissenschaft, Witten, corresponding author) |
| Year | 2006 |
| Volume | 19 |
| Issue | 3 |
| Pages | 156-162 |
| Publication date | 2006-06-01 |
| Open Access | No |
| Type | ARTICLE |
| Venue | Pflege (JOURNAL) |
| Journal identifiers | ISSN: 1012-5302 • E-ISSN: 1664-283X |
| Publisher | Hogrefe Publishing Group (PUBLISHER) |
| DOI | 10.1024/1012-5302.19.3.156 |
| PMID | 16821324 |
| OpenAlex | W2167126275 |
| Language | DE |
| References cited | 1 |
In der Literatur wird der Beziehung zum Patienten eine besondere Bedeutung für die Pflege zugemessen. Pflegerische Tätigkeiten erfordern häufig eine besondere Intimität und finden nicht selten in für den Patienten bedrohlichen oder existenziellen Situationen statt. Eine gute Beziehung zwischen der Pflegenden und dem Patienten ist einerseits die Voraussetzung für eine pflegerische Tätigkeit und soll anderseits selber auch zur Heilung beitragen. Unklar bleibt allerdings, wie die Beziehung im Kontext der pflegerischen Alltagssituation konkret gestaltet werden soll. Die Literatur beinhaltet hierzu überwiegend pflegetheoretische normative Vorgaben oder Hinweise aus der humanistischen Psychologie, ohne dass die Übertragbarkeit dieser Konzepte in die Pflegepraxis belegt ist. Um die Forschungsfrage «Wie erleben professionell Pflegende die Beziehung zum Patienten?» zu beantworten, wurden qualitative Interviews durchgeführt. Auf diese Weise wurde die Beziehungen zum Patienten aus dem Blickwinkel der beruflich Pflegenden untersucht und im Kontext ihrer spezifischen Arbeitssituation erfasst. Die Pflegenden berichten, welche Erlebnisse, Erfahrungen, Emotionen und Belastungsfaktoren sich aus verschiedenen Beziehungen zum Patienten ergeben. Die Aufbereitung der Daten erfolgte durch eine phänomenologische Analyse nach Giorgi (1985). Die Ergebnisse zeigen die Ambivalenz der Pflegenden zwischen Nähe und Distanz in der Beziehung zum Patienten. Beziehungen zum Patienten finden innerhalb verschiedener Gegenpole statt, wie beispielsweise «Sympathie» und «Antipathie» oder «helfen können» und «Hilflosigkeit». Die Gestaltung der Beziehung erfolgt häufig wenig professionell und ist von der spezifischen Situation und den beteiligten Individuen abhängig. Es zeigt sich außerdem, dass die in der Pflege diskutierten Modelle aus der humanistischen Psychologie nicht uneingeschränkt als Grundlage für die Beziehungsgestaltung eingesetzt werden können. Ein besonderer Aspekt für die Beziehungsarbeit in der Pflege sind körperbezogene Pflegeinterventionen. Die Anwendung spezieller Konzepte, die einen spezifischen Körperkontakt zum Patienten ermöglichen, bieten konkrete Anknüpfungspunkte, um die Beziehung zum Patienten pflegespezifisch und professionell zu gestalten.
Gynecology · Medicine · Psychology, Coaching, and Therapy · Social and Demographic Issues in Germany · Sociology and Education Studies
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