Einleitung
Bibliographic Data
| ID | 23564265 |
|---|---|
| Authors | Christoph Sachße (corresponding author) |
| Year | 1994 |
| Pages | 9-15 |
| Publication date | 1994-01-01 |
| Open Access | No |
| Type | CHAPTER |
| Venue | Mütterlichkeit Als Beruf (SOURCE_BOOK) |
| Publisher | VS Verlag für Sozialwissenschaften (PUBLISHER • DE) |
| DOI | 10.1007/978-3-663-14358-1_1 |
| OpenAlex | W4237703207 |
| ISBN | 9783663143581 |
| Language | DE |
In der Bundesrepublik gab es 1984 ca. 355 000 berufliche Sozialarbeiter. Noch um die Jahrhundertwende waren es nur einige Dutzend im ganzen Deutschen Reich. Diese bemerkenswerte Expansion eines neuen Berufes war jahrzehntelang begleitet von optimistischen Prognosen und Forderungen, die — wenn nur mehr Stellen, eine qualifiziertere Ausbildung und verbesserte Arbeitsbedingungen für Sozialarbeiter geschaffen würden — die sozialen Probleme moderner Industriegesellschaften alsbald zu bewältigen versprachen. Dieser Optimismus ist in den letzten Jahren sichtlich gedämpft worden. Im Zuge der ökologischen Fundamentalkritik am industriegesellschaftlichen Fortschritt sind auch die sozialen Dienste Gegenstand kritischer Auseinandersetzung mit den disziplinierenden und entmündigenden Effekten ausufernder Expertenkulturen geworden — ohne daß ihnen die soziale Anerkennung, die z. B. ärztliche und psychotherapeutische Dienstleistungsberufe genießen, je zuteil geworden wäre. Die Überschneidung fortbestehender sozialstruktureller Diskriminierungen und Notstände mit den negativen Folgen eben der Tätigkeiten, die zu ihrer Abhilfe geschaffen wurden, erzeugen weithin Unbehagen an den überkommenen Formen sozialer Arbeit. Die vorliegende Studie versucht, die Wurzeln dieses Unbehagens historisch zu bestimmen.
Humanities · Political science · Innovation, Technology, and Society · Philosophy · Social Policies and Healthcare Reform · Sociology and Education Studies
| Highly cited | No |
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