Resümee und Ausblick
Statt Abschied von ‚Klasse‘ und ‚Geschlecht‘ — Differenzierung und Prozessualisierung von Ungleichheitsanalyse
Bibliographic Data
| ID | 23652255 |
|---|---|
| Authors | Karin Gottschall (0000-0003-2978-3224, corresponding author) |
| Year | 2000 |
| Pages | 338-348 |
| Publication date | 2000-01-01 |
| Peer Reviewed | Yes |
| Open Access | No |
| Type | CHAPTER |
| Venue | Soziale Ungleichheit und Geschlecht (SOURCE_BOOK) |
| Publisher | VS Verlag für Sozialwissenschaften (PUBLISHER • DE) |
| DOI | 10.1007/978-3-663-11418-5_8 |
| OpenAlex | W2098061711 |
| ISBN | 9783663114185 |
| Language | DE |
Gegenstand dieser Arbeit waren Neuorientierungen in der Ungleichheitssoziologie und Frauenforschung, die sich in bestimmter Weise als ‚Abschied‘ von ‚Klasse‘ und ‚Schicht‘ einerseits und einem bestimmten gesellschaftstheoretischen Verständnis von ‚Geschlecht‘ als Strukturkategorie andererseits präsentieren. Diese Neuorientierungen, so die Ausgangsüberlegung, haben einen doppelten, nämlich gesellschafts- wie wissenschaftsbezogenen Hintergrund: Zum einen ist es in den letzten Jahrzehnten in der (alten) Bundesrepublik zu Veränderungen in Struktur und Verständnis sozialer Ungleichheit gekommen, hier begriffen als widersprüchlicher Prozeß industriegesellschaftlicher und wohlfahrtsstaatlicher Modernisierung, der Veränderungen im Verhältnis der Geschlechter einschließt. Die damit einhergehenden Öffnungen und Schließungen des sozialen Raums verändern das Gesicht sozialer Ungleichheit und stellen den realitätsaufschließenden Gehalt der älteren identitätsverbürgenden Kategorien von Ungleichheitssoziologie und Frauenforschung in gewisser Weise in Frage. Zum anderen ist das traditionelle Rüstzeug sozialwissenschaftlicher Ungleichheitsanalyse bereits in der Vergangenheit insbesondere durch die Frauenforschung als unzulänglich kritisiert worden, weil es soziale Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern theoretisch und empirisch nur unzulänglich zu erfassen vermag. Dies hat freilich zunächst weniger zu einer Reformulierung des Verständnisses sozialer Ungleichheit als vielmehr zu einer gewissen inhaltlichen Verselbständigung eines ‚soziologischen Ungleichheitsdiskurses ohne Geschlecht‘ und einer ‚feministischen Theorie ohne Klasse‘ mit je spezifischen Bornierungen geführt.
Art · Humanities · Political science · Economic and Social Issues · Social Policy and Reform Studies · Sociology and Education Studies
| Citation velocity | historical |
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| Highly cited | No |