Sprechhandlungen
Bibliographic Data
| ID | 23740958 |
|---|---|
| Authors | Wolfgang Ludwig Schneider (corresponding author) |
| Year | 1994 |
| Pages | 110-148 |
| Publication date | 1994-01-01 |
| Open Access | No |
| Type | CHAPTER |
| Venue | Die Beobachtung von Kommunikation (SOURCE_BOOK) |
| Publisher | VS Verlag für Sozialwissenschaften (PUBLISHER • DE) |
| DOI | 10.1007/978-3-322-99345-8_3 |
| OpenAlex | W4211246067 |
| ISBN | 9783322993458 |
| Language | DE |
| References cited | 6 |
Das Ergebnis unserer handlungstheoretischen Überlegungen läßt sich in der Feststellung resümieren, daß Handlungen keine ontologisch zu bestimmenden Entitäten sind, sondern durch Zuschreibung erzeugt werden. Der soziale Ort solcher Zuschreibungen ist die Kommunikation. In Kommunikations-prozessen wird entschieden, ob ein Geschehen sozial gültig als verantwortlich zurechenbares Handeln oder als bloßes Ereignis zu verbuchen ist. Handlungen werden somit als soziale Tatsachen in der Kommunikation konstituiert und weiter traktiert. Außerhalb der Kommunikation ‘gibt’ es sozial keine Handlungen. Davon unberührt bleibt freilich die Möglichkeit der Selbstzuschreibung einer Handlung auf der Ebene des individuellen Bewußtseins. Das einsame Handeln eines Akteurs, der z.B. im Wald einen Baum fällt, um Brennholz für seinen Kaminofen zu erhalten, wird zu einer Handlung als sozialer Tatsache erst in dem Moment, in dem kommunikativ darauf Bezug genommen wird, so etwa, wenn der Nachbar ihn fragt, wo er das schöne Holz her habe oder er wegen Holzdiebstahls angezeigt wird.
| Highly cited | No |
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