Professionalisierung in der Erwachsenenbildung/Weiterbildung
Bibliographic Data
| ID | 20068352 |
|---|---|
| Authors | Wiltrud Gieseke (Humboldt-Universität zu Berlin, corresponding author) |
| Year | 1999 |
| Pages | 418-429 |
| Publication date | 1999-01-01 |
| Peer Reviewed | Yes |
| Open Access | No |
| Type | CHAPTER |
| Venue | Handbuch Erwachsenenbildung/Weiterbildung (SOURCE_BOOK) |
| Publisher | VS Verlag für Sozialwissenschaften (PUBLISHER • DE) |
| DOI | 10.1007/978-3-322-99420-2_25 |
| OpenAlex | W2152260718 |
| ISBN | 9783322994202 |
| Language | EN |
| Citations received | 8 |
| References cited | 6 |
Unter Professionalisierung/Professionalität wird nicht nur in der Erwachsenenbildung und Weiterbildung Vielfältiges verstanden. Der Begriff meint nicht mehr nur oder vorrangig Verberuflichung, sondern den differenzierten Umgang mit interdisziplinärem Wissen in einem bestimmten Praxisfeld. Gleichzeitig umfaßt der Begriff kompetente flexible Anwendung von Wissen im Feld, diagnostisch und flexibles vernetztes Handeln. Professionstheoretisch für die pädagogischen Berufsfelder repräsentiert der Band „Pädagogische Professionalität“ (Combe/Helsper 1996) den aktuellen Diskussionsstand. Dadurch, daß der bildungspolitische Impetus, der mit Professionalisierung als Programm in den 70er Jahren verbunden war, sich seit den 80er Jahren verloren hat, kann der Verberuflichungsprozeß nicht mehr als Durchgangsstadium zur Professionalität betrachtet werden. Der öffentlich wirksame Bedeutungszuwachs der betrieblichen/beruflichen Weiterbildung, bedingt durch hohe finanzielle Investitionen der Bundesanstalt für Arbeit und der Betriebe selbst, hat keinen vergleichbaren Verberuflichungsprozeß wie in der öffentlichen Weiterbildung und bei konfessionellen Trägern herbeigeführt. Neben- und freiberufliche Dozenten bestimmen das Feld. Verberuflichung findet über die Gründung einer nicht mehr zu übersehenden Zahl von Bildungsvereinen statt (siehe Tippelt/Eckert/Barz 1996). Formen neuer Selbständigkeit, die aber letztlich vom Budget der Bundesanstalt für Arbeit abhängig sind, haben sich etabliert und gerade nach der deutschen Vereinigung einen neuen Aufschwung genommen. Fragen der Professionalität kehren unter diesen Bedingungen jüngst in neuen Zusammenhängen wieder in die öffentliche Diskussion zurück. Das Stichwort lautet jetzt „Qualitätsstandards“. Der Wildwuchs in den Qualifizierungs-, Fortbildungs- oder Umschulungsangeboten auf dem Weiterbildungsmarkt hat besonders in den neuen Bundesländern zu Angeboten geführt, die es nötig machen, neu über Standards in der Weiterbildung, was das Curriculum und das erwachsenenpädagogische Handeln betrifft, nachzudenken. Im Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) wird an solchen Kriterien gearbeitet. Die Diskussionen über Bildungsangebote am Markt, über erwachsenenpädagogische Standards und die Sicherung der beruflichen Existenz von Erwachsenenpädagogen bei freien Trägern (als Initiatoren oder Angestellte) verlangen nach einem neuen Diskurs. Das gegenwärtig große Angebot an erwachsenenpädagogischen Qualifizierungsmöglichkeiten in Form von Zusatz-, Ergänzungs- und Aufbaustudiengängen und neue Initiativen für Fernstudiengänge bereitet, zumindest was Ausbildungsstandards betrifft, eine neue Unterstützung von Professionalisierung und Professionalität vor. Es handelt sich dabei, wie zu erwarten war, um Qualifizierungsangebote, die auf die betriebliche Weiterbildung bezogen sind. Gleichzeitig zeichnet sich aber eine Entwicklung ab, erwachsenenpädagogische Qualifizierung in Form von Zusatzstudiengängen und Fernstudienmaterial verbandsübergreifend im universitären Kontext anzubieten. Somit kündigt sich auch hier ein weiterer Professionalisierungsschub an, wobei jedoch die Leistung der Verbände, die die Professionalisierung in der Erwachsenenbildung bislang vorangetrieben haben, nicht zu unterschätzen ist. Es war vor allen Dingen der Deutsche Volkshochschul-Verband, der in den 70er Jahren — dann auch unterstützt von den Erwachsenenbildungsgesetzen in den Ländern —, die Verberuflichung und die Qualifizierung der Mitarbeiter zu seinen wichtigsten Anliegen machte. Andere Verbände und die Kirchen folgten. Allerdings wurde verbandsintern nicht von Professionalisierung gesprochen. Es ging um den Mitarbeiter, seine Aufgaben, seine verbandsinterne Qualifizierung, das sukzessive Erreichen von Hauptberuflichkeit. Hans Tietgens, der Leiter der Pädagogischen Arbeitsstelle des Deutschen Volkshochschul-Verbandes bis 1991, benutzte erst 1988 den Begriff Professionalität (vgl. Gieseke 1992), bereitete aber in seinen Schriften schon seit Ende der 50er Jahre argumentativ Schritt für Schritt die Verberuflichung vor. Schulenberg (1972) und etwas später Vath (1975/1984) suchten den Prozeß der Verberuflichung mit dem Professionalisierungsanspruch erwachsenenpädagogischen Handelns theoretisch zu erfassen
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Programmplanung als professionelles Handeln – „Angleichungshandeln“ und „Aneignungsmodi“ im aktuellen Diskurs der Programm- und Professionsforschung
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| Unique citing works | 8 |
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| Citations per year | 0,36 |
| Citation span | 2004 - 2023 (20) |
| Citation velocity | historical |
| Highly cited | No |
| Citation types | Neutral: 8 |