Wissen und Bildung im Internet — in der Tiefe des semantischen Raumes
Bibliographic Data
| ID | 23250013 |
|---|---|
| Authors | Norbert Meder (corresponding author) |
| Year | 2000 |
| Pages | 33-56 |
| Publication date | 2000-01-01 |
| Peer Reviewed | Yes |
| Open Access | No |
| Type | CHAPTER |
| Venue | Zum Bildungswert des Internet (SOURCE_BOOK) |
| Publisher | VS Verlag für Sozialwissenschaften (PUBLISHER • DE) |
| DOI | 10.1007/978-3-322-97472-3_3 |
| OpenAlex | W2097160234 |
| ISBN | 9783322974723 |
| Language | DE |
| Citations received | 4 |
| References cited | 1 |
In der Tiefe des semantischen Raumes liegt das Wissen, das die notwendige Voraussetzung für ein gebildetes Verhältnis zur gemeinsamen Welt ist. Es liegt als deklaratives, d. h. als codiertes Wissen wie ein Punkt oder Gebiet im Raum — wie ein isolierbarer Knoten eines räumlichen Netzwerkes. Und es liegt in der Form impliziten, zumeist nichtkodierbaren Wissens in der Topologie des Raumes. In welchen Bedeutungsbeziehungen deklaratives Wissen zueinander steht, äußert sich in der Nähe und Entfernung im semantischen Raum. Nähe und Entfernung stellen Beziehungen der Form nach her, d. h. sie stellen Beziehungen im Modus der räumlichen Form dar, ohne auf inhaltliche Momente explizit bezug zu nehmen. Weil dem so ist, eignen sich solche räumlichen Bedeutungsbeziehungen dazu, dass in sie das implizite semantische Wissen projiziert wird. Das Wittgensteinsche Credo, dass die Bedeutung eines sprachlichen Ausdrucks sein Gebrauch in der Sprache ist, setzt eine solche Topologie sprachlich codierten Wissens voraus. Fasst man Bedeutungsbeziehungen im Wissen pragmatisch als Gebrauch, dann bringt man auch den Kontext ins Spiel und damit die Topologie des deklarativen Wissens. Bedeutungsadäquater Gebrauch äußert sich dann als angemessene Verortung eines Sprechaktes im semantischen Raum deklarativen Wissens, wobei die Verortung selbst zumeist implizit bleibt. Der Charakter ihrer Implizitheit liegt in den formal räumlichen Beziehungen und darin, daß die Sprechakte so und nicht anders in diesem und keinem anderen Kontext vollzogen werden. Exakt in diesem Sinne kann implizites Wissen auch als operationales Wissen bezeichnet werden. Operationales Wissen muß mithin als Wissen im Gebrauch (Theory in Use [vgl. Schön 1974]), dessen formale Bestimmung die Bewegung im (semantischen) Raum ist, gefaßt werden. Die Tiefe des semantischen Raumes stellt sich vor diesem Hintergrund als eine Metafer für den Aktionsraum des operativen Wissens dar, als die (n+1)te Dimension eines n-dimensionalen semantischen Raumes.
Humanities · Political science · Libraries and Information Services · Linguistic Education and Pedagogy · Linguistic research and analysis · Philosophy
| Unique citing works | 4 |
|---|---|
| Citations per year | 0,17 |
| Citation span | 2002 - 2022 (21) |
| Citation velocity | historical |
| Highly cited | No |
| Citation types | Neutral: 4 |